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Ulm/Weißenhorn

05.11.2017

Illegaler Waffenhandel: SEK stürmt auch Wohnung in Weißenhorn

Bei einem SEK-Einsatz hat die Polizei einen mutmaßlichen Waffenhändler festgenommen.
Bild: Alexander Kaya

Bei dem Großeinsatz der Polizei wegen illegalen Waffenhandels gab es mehrere Hausdurchsuchungen. Auch in Weißenhorn stürmte das SEK eine Wohnung.

Er soll Pistolen, Gewehre, Handgranaten und Munition verkauft haben: Ein 63-jähriger Ulmer ist am Freitagabend wegen des Verdachts des illegalen Waffenhandels festgenommen worden. Der Mann sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Es gab mehrere Hausdurchsuchungen beiderseits der Donau, unter anderem in Weißenhorn. Anwohner beobachteten, wie mehrere VW-Busse mit abgedunkelten Scheiben sowie Polizeiautos vorfuhren und schwer bewaffnete Polizisten ein Haus in einem Wohngebiet nördlich der Ulmer Straße stürmten. Gerüchte über ein Familiendrama oder Drogengeschäfte machten die Runde. In Wirklichkeit ging es offenbar um Waffen – und das im großen Stil.

Hintergrund des Großeinsatzes ist ein Ermittlungsverfahren, das die Ulmer Kriminalpolizei seit mehreren Monaten führt. Dabei erfuhren die Beamten, dass der 63-jährige Verdächtige mehrere Schusswaffen, Waffenteile und Munition verkauft haben soll. Mindestens drei Pistolen sollen den Besitzer gewechselt haben. Auch drei Handgranaten habe der Ulmer verkauft, so die Erkenntnisse der Polizei. Die Waffen wurden sichergestellt. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass der 63-Jährige gewerbsmäßig illegalen Handel betrieb.

Aufgrund dieses schwerwiegenden Verdachts erließ die zuständige Richterin am Amtsgericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den Mann. Außerdem ordnete sie die Durchsuchung von sieben Grundstücken und Gebäuden in Ulm und im Kreis Neu-Ulm an. Der Einsatz wurde von der Ulmer Polizei geführt. Kräfte des Polizeipräsidiums Kempten unterstützten sie dabei. Auch ein Sondereinsatzkommando (SEK) war vor Ort. Bei der Durchsuchung fanden die Polizisten unter anderem ein Sturmgewehr, Magazine und Munition. Außerdem stellten sie weitere Beweismittel sicher, die jetzt ausgewertet werden müssen.

Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund liegen den Ermittlern nach Angaben der Ulmer Polizei nicht vor. Neben dem 63-Jährigen wurde auch ein 42 Jahre alter Mann festgenommen und sitzt mittlerweile in U-Haft. Eine tatverdächtige Frau wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Bei dem Polizeieinsatz wurde eine Person leicht verletzt.

Woher die Verdächtigen stammen, warum es auch Durchsuchungen im Kreis Neu-Ulm gab, in welchem Verhältnis die zwei Männer und die Frau stehen, woher die illegal vertickten Waffen kamen und wer die Abnehmer der mutmaßlichen Waffenhändler waren – dazu wollte die Polizei am Sonntag keine Angaben machen.

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