1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Im Edwin-Scharff-Museum ist vieles neu

Start

15.02.2018

Im Edwin-Scharff-Museum ist vieles neu

Copy%20of%20KAYA4702.tif
4 Bilder
Impressionen aus dem Edwin-Scharff-Museum: (von links oben im Uhrzeigersinn) die neue interaktive Installation am Eingang der Ernst-Geitlinger-Ausstellung, Museumsdirektorin Helga Gutbrod im von Künstler Stefan Wissel gestalteten Raum über den Namensgeber, der Tastplan für Sehbehinderte am Eingang und das neue Museumscafé mit einem ebenfalls von Wissel erstellten Wandbild.

Am 23. Februar wird das Haus am Petrusplatz nach eineinhalb Jahren Sanierung wiedereröffnet – mit moderner Haustechnik und einem umgestalteten Eingang. Doch auch inhaltlich hat sich einiges getan

So muss es sich anfühlen, Dirigent zu sein. Wenn man ein Museum dirigieren könnte. Auf dem großen Monitor im ersten Stock des Edwin-Scharff-Museums können sich Besucher nun mit Handbewegungen durch die Sammlungen arbeiten. Ein abstraktes Bild des Malers Ernst Geitlinger, eine Tonfigur des Bildhauers Edwin Scharff, eine historische Pistole aus dem Depot. Eine Wischgeste in der Luft, ein Klatschen, ein Drehen mit den Händen, und die Objekte drehen sich auf einem Monitor wie von Geisterhand. Fast wie in einem Science-Fiction-Film.

Kreischend gelbe Plakate und Flyer kündigen es bereits an: Im Museum am Petrusplatz beginnt die Zukunft kommende Woche. Am kommenden Freitag, 23. Februar, wird das Haus wiedereröffnet. Nach einer Pause, die mit rund eineinhalb Jahren einige Monate länger ausfiel als geplant. Und nach Umbau- und Sanierungsarbeiten, die mit am Ende etwa 3,7 Millionen Euro rund 20 Prozent über dem ursprünglichen Budget lagen. Und doch ist der zwischenzeitliche Ärger der Vorfreude gewichen. „Das ist gut angelegtes Geld“, sagte gestern Oberbürgermeister Gerold Noerenberg bei einem ersten Rundgang durch das fast fertige Museum. Ein tolles Team habe die Institution schon lange, lobte er Direktorin Helga Gutbrod und ihre Kolleginnen. Jetzt stimme auch der Rahmen.

Spielereien wie die interaktive Installation im ersten Stock sind freilich nur attraktives Beiwerk. Der Großteil der Kosten floss in die technische Erneuerung: Klima, Alarmanlage, Brandschutz. Doch während diese Änderungen für Besucher fast unsichtbar sind, hat sich inhaltlich einiges getan, wie Direktorin Gutbrod bei dem Termin zeigte. Die Neuen Medien spielen dabei eine wesentliche Rolle: So sind überall in der Dauerausstellung Medienstationen verteilt. An diesen können Besucher Wissenswertes über Namensgeber Scharff nachschlagen, einen genaueren Blick auf seine Werke werfen oder Video-Interviews ansehen. „Solche Dinge sind heute eine Selbstverständlichkeit“, findet Gutbrod.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Dasselbe gilt auch für die neuen Audioguides, die unter anderem einen Rundgang in leichter Sprache ermöglichen – ein Angebot für Nicht-Muttersprachler und Menschen mit geistigen Einschränkungen. Überhaupt steht über vielen Neuerungen das Prinzip Barrierefreiheit: An den Medienstationen liegen Tablet-Computer, die auch Rollstuhlfahrer auf den Schoß nehmen können. Und für Menschen mit einer Sehbehinderung gibt es beispielsweise an der Kasse Grundriss zum Tasten. Diese Änderungen sind laut Oberbürgermeister Noerenberg der nächste „konsequente Schritt, um Kunst und Kultur für alle zu öffnen“.

Attraktiver soll das Museum vor allem durch den neu gestalteten Eingangsbereich werden. Dieser wurde in die Arkaden am Petrusplatz hinein erweitert und fasst künftig auch ein Café mit knapp 40 Plätzen, dessen schnörkellos-schickes Interieur in verschiedenen Grautönen gehalten ist. Betrieben wird das Lokal von der Lebenshilfe Donau-Iller. Die Vorbereitungen auf die Eröffnung am kommenden Freitag laufen dort auf Hochtouren. So trainieren schon seit Wochen Beschäftigte aus den Werkstätten unter anderem an der dortigen Essensausgabe für den Einsatz im Service, wie deren Leiter Roland Bader auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet. Seit ein paar Tagen machten sie auch schon „Trockenübungen“ an den Geräten vor Ort. „Unsere Leute sind alle total gespannt und freuen sich. Sie wollen zeigen, was sie können.“

Das Museum feiert seinen Neustart am kommenden Wochenende mit einem großen Programm. Nach der Eröffnung am Freitag, 23. Februar, um 18 Uhr ist das Haus am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet – bei freiem Eintritt. Geboten sind dann unter anderem kostenlose Führungen, auch durch die beiden neuen Sonderausstellungen: „Hör mal, wer da guckt“ im Kindermuseum und „Denn was innen, das ist außen“ mit Werken des Bildhauers Emil Cimiotti.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren