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Pfaffenhofen

28.01.2020

Im Gotteshaus im Ortsteil Roth wird bald gewerkelt

Die Kirche St. Leonhard muss saniert werden.
Foto: Willi Baur

Die Generalsanierung der Pfarrkirche St. Leonhard in Roth soll heuer anlaufen. Die Pfarrei hofft noch auf Spenden.

Pfaffenhofen Die Ausschreibungen sind bereits verschickt, jetzt hofft der örtliche Architekt Hermann Spiegler auf gute Angebote leistungsfähiger Firmen. Dann könnte mit der schon länger geplanten Generalsanierung der katholischen Kirche St. Leonhard im Ortsteil Roth in den kommenden Monaten begonnen werden. Für die Pfarreiengemeinschaft Pfaffenhofen ist es nach St. Martin im Kernort und St. Peter und Paul im benachbarten Holzheim die dritte größere Sanierung innerhalb weniger Jahre.

„Ich bin froh, dass unser Vorhaben schon von der Diözese genehmigt ist“, sagt Kirchenpfleger Wilhelm Mahler und ist überzeugt: „Heute wäre das schwieriger.“ Insbesondere knapper Finanzmittel und einer Vielzahl ähnlich gelagerter Projekte wegen. An der Notwendigkeit der Maßnahme gibt es laut Mahler keine Zweifel. Schon vor vier Jahren sei diese nach einer Standsicherheitsprüfung dringend empfohlen worden. Das gelte vor allem für tragende Holzbauteile von Dach, Turm und Empore. Letztere ist deswegen seit geraumer Zeit nur noch eingeschränkt nutzbar. Eine Überraschung ist der aktuelle Zustand nicht.

Die Holzbauteile aus dem Jahr 1760 sind teilweise morsch

1760 ist die Filialkirche im Rokoko-Stil nach Plänen des Oettingen-Wallersteiner Hofarchitekten Johann Georg Hitzelberger gebaut worden. Das Glockenfenster im Chorraum und die betonten Mittelfenster im Schiff sind stilistische Anleihen bei Dominikus Zimmermann, einem der bedeutendsten Baumeister dieser Epoche. Der filigrane Rokoko-Stuck stammt sehr wahrscheinlich von Hitzelberger selbst. Als künstlerisch herausragend gelten die Fresken des namhaften Rokoko-Künstlers Franz Martin Kuen aus Weißenhorn.

Nur: Auch die Holzbauteile stammen noch aus dem Jahr 1760, sind entsprechend gealtert und teilweise morsch. Dabei war man auch in der Vergangenheit nicht untätig. 1995 etwa hatte ein ausgebrochenes Deckenstück den Chorboden durchschlagen. Daraufhin wurden das Dach, die Deckenfresken und der Verputz des Turmes erneuert. Der zuvor schief aufragende Turm selbst war schon 1984 aufgerichtet und mit einer Stahlkonstruktion stabilisiert worden.

Für die Sanierung sind 570.000 Euro veranschlagt

Eher kosmetischer Natur war dagegen die Renovierung im Jahr 1958, mit der Kirchenpfleger Mahler noch heute etwas hadert. Vor allem, weil seinerzeit die mit barockem Stuck verzierte Kanzel abgebaut und das mit kunstvoll geschnitzten Wangen versehene Holzgestühl gegen schmucklose Sitzreihen ausgetauscht worden sei.

Für die jetzt anstehende Sanierung sind 570.000 Euro veranschlagt. Mit rund 320.000 Euro wird die Diözese davon einen großen Teil übernehmen. Bereits zugesichert sind Zuschüsse unter anderem des Marktes, der Bayerischen Landesstiftung und des Landkreises. Die örtliche Kirchenstiftung will Eigenmittel in Höhe von 90.000 Euro einbringen. Die noch offene Finanzierungslücke von rund 23.000 Euro soll Mahler zufolge durch Spenden geschlossen werden. Allerdings: „Für die etwa 340 Mitglieder der Kirchengemeinde ist dieser Betrag recht hoch“, meint der seit vier Jahren amtierende Schatzmeister der Pfarrei. 4000 Euro seien inzwischen eingegangen, berichtet Mahler. Er hoffe insofern auf weitere Spenden im Zusammenhang mit dem Baubeginn.

Dabei soll neben dem Kirchenschiff auch die angegliederte Sakristei ein neues Dach und eine neue Einrichtung erhalten. Hier musste die bröckelnde Decke bereits mit einem Netz unterfangen werden. Schließlich wird die in Architektur und Ausstattung bis heute weitgehend in ihrem Originalzustand erhaltene Kirche nach wie vor regelmäßig genutzt. Gottesdienste finden dort jeweils mittwochs und an kirchlichen Festtagen statt. Schon vor ihrem Bau hatte es an gleicher Stelle ein Kirchlein gegeben. Davon zeugt die bis heute im Original erhaltene Weihe-Inschrift aus dem Jahr 1507.

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