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Ausstellung

11.10.2013

Im Mythenreich der Linien

„Structure of Flight“ nennt Carin Riley ihr Liniengespinst aus Gouachefarben auf Büttenpapier, das mit Holzfurnierelementen veredelt wird.

Die New Yorker Zeichnerin Carin Riley in der Smudajeschek-Galerie

Ulm Tänzerisch wandeln Linien über das Papier, mal den Gesetzen von Verdichtung und Schwerkraft folgend, an anderer Stelle von den Gesetzmäßigkeiten der reinen Bewegung und des Lichts geführt. Unverkennbar ist Carin Riley Zeichnerin. Und so zeigt sie auch in ihrer Ausstellung in der Smudajeschek-Galerie Liniengespinste zwischen minimalistischer Gebärde und fabulierfreudiger Themeneroberung.

Weiche Formen erfahren keine Störung

Die Lehrmeister der New Yorker Künstlerin sind Richard Serra und Brice Marden – deren organische Arbeiten in den sparsamen, eleganten Abstraktionen Rileys widerhallen. Innerhalb strenger Parameter – etwa dem festen Büttenpapier oder eincollagierten Holzfurnier-Elementen – spielt die Künstlerin mit einer vielschichtigen Palette von Formen und damit verbundenen Emotionen. Weiche Formen erfahren da keine Störung durch harte Antipoden. Als arbeite Riley vollkommen aus der Bewegung heraus, treffen in der Regel nur artverwandte Gefüge aufeinander.

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Das erzeugt eine spielerische Geschlossenheit, ja Harmonie der Kompositionen. Diese besitzen aber auch eine thematische Fundamentierung. Gern sind es Sagen- oder Mythenfiguren, die aus den Lineaturen auftauchen, Etrusker oder auch Göttin Athene. Die weiche Modulation des mit Pinsel aufgetragenen Gouache-Strichs ist der besondere Zauber – von tiefem Schwarz bis zu einem zarten Grauschleier reicht die Palette.

Körperliches kann man unschwer in diese einander umschlingenden Formen hineinlesen. Man kann es aber auch als intellektuelles Durchdringen chaotischer Strukturen verstehen. Mit Verve und Humor kreiert Riley aus einem bekannt erscheinenden Formenrepertoire Neues. Dass hier oftmals Geistiges referenziert wird – Titel wie „Brain“ und „Cognition“ weisen den Weg – ist kein Zufall.

Den Kontakt zu Riley knüpfte Galeristin Charlotte Smuda-Jeschek vor zwei Jahren, als ein Kollektiv New Yorker Künstlerinnen bei ihr ausstellte. Ab 31. Oktober ist bei einer Rückschau auf Susanne Muels frühe Arbeiten erneut Kunst vom „Big Apple“ zu sehen. (flx)

Ausstellung bis 26. Oktober in der Rabengasse 16. Öffnungszeiten: Dienstag/Donnerstag/Freitag 14-18, Mittwoch 11-18, Samstag 11-15 Uhr.

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