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Sicherheit

22.02.2018

Im Notfall durchs Fenster

In der Gemeinde Nersingen wurde über Brandschutzkonzepte gesprochen.

Neue Brandschutzkonzepte führen zu Diskussionen unter den Nersinger Räten – und zu einer Umbenennung der Musikschule

Die Anforderungen beim Brandschutz werden immer höher – das bekommt auch die Gemeinde Nersingen zu spüren: Sie muss neue Konzepte für die Schulen Nersingen, Oberfahlheim und die Musikschule erstellen und umsetzen lassen. Denn, so legte Diplom-Ingenieur Heinz Bolesch aus Bad Wörishofen den Gemeinderäten in der Sitzung am Dienstagabend dar: „Es sind Zustände entstanden, die man als erhebliche Gefahr hinsichtlich der Rettung der Menschen dort bezeichnen muss.“ Die Vorstellung der neuen Konzepte verlief jedoch nicht ohne Diskussionen.

„Ich will das Thema nicht verharmlosen. Wir müssen es mit Nachdruck und aller Sorgfaltspflicht behandeln“, betonte Nersingens Bürgermeister Erich Winkler. „Aber aus meiner Sicht wird manchmal durchaus übers Ziel hinausgeschossen.“ Ein Beispiel: die Erstellung des neuen Brandschutzkonzepts für die Musikschule Nersingen. Denn die darf in diesem Zusammenhang eigentlich nicht mehr „Musikschule“ genannt werden. Sonst würden für das Gebäude, das eher einem Wohnhaus gleicht, dieselben Anforderungen gelten wie für eine normale Schule. „Das ist natürlich für dieses Gebäude total überzogen“, so Ingenieur Bolesch.

In der Vorlage des Gemeinderats ist deshalb vom „Haus für Musikunterricht“ die Rede – und bei diesem ist die Modernisierung recht gut und vergleichsweise günstig machbar: Für Arbeiten im Treppenhaus, zusätzliche Rettungswege, neue Sicherheitsbeleuchtung und weitere Maßnahmen sind geschätzt 35000 Euro fällig. Deutlich tiefer in die Tasche greifen muss die Gemeinde, wenn es um die Schule in Oberfahlheim geht: Etwa 110000 sind vorgesehen. Geplant sind dafür unter anderem die Ertüchtigung der Treppenräume, ein zweiter Rettungswegs, Panikschlösser, die Ergänzung der Alarmanlage sowie neue Rettungswegpläne.

Während die Räte mit den Konzepten für diese beiden Einrichtungen zufrieden waren, sahen sie bei dem der Nersinger Schule Verbesserungsbedarf: Denn dort soll laut bisherigen Plänen unter anderem an den Klassenräumen im Obergeschoss außen eine Art Podest angebaut werden. Dort sollen Schüler auf Rettung warten, wenn sie nicht die Rettungsleiter am Podest benutzen wollen. Bolesch räumte ein: „Diese nicht sehr schöne, aber preiswerte Leiterlösung ist das einfachste.“ Kritik kam vor allem von Franz Merkle (CSU), der auf eine andere Lösung drängte: „Da dreht sich mir der Magen um. Tauschen wir halt die Fenster aus.“ Mindestens zwei neue pro Klassenzimmer müssten eingesetzt werden, um den Anforderungen theoretisch gerecht zu werden. Ob das möglich wäre, wird Ingenieur Bolesch mit dem Kreisbrandrat besprechen – darauf konnten sich die Räte einigen. Teuer werden die Arbeiten in Nersingen so oder so: Bislang sind 272000 Euro angesetzt. (aat)

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