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Neu-Ulm

23.06.2017

Immer Ärger mit der Reuttier Straße

Immer gut für einen Stau: die Reuttier Straße. Auf dem Areal im Hintergrund will ein Investor bauen. Das gefällt nicht allen.
Bild: Alexander Kaya

Die Vorstellung eines Gutachtens im Ausschuss wird zur Generaldebatte über die stark belastete Neu-Ulmer Verkehrsachse. Besonders ein Bauprojekt sorgt für Unmut.  

Beim Thema Reuttier Straße hat jeder Stadtrat seine Meinung. Wie wahrscheinlich auch fast jeder Neu-Ulmer Bürger und jeder Berufspendler, der sich morgens und abends in seinem Auto durch das Verkehrsnadelöhr quetscht. Das zeigte sich auch bei der jüngsten Sitzung des Neu-Ulmer Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt. Dort sollte es eigentlich um die Auswirkung geplanter Bauprojekte auf den Verkehrsfluss auf der Straße gehen – stattdessen wurde es eine Generaldebatte über Neu-Ulms berüchtigte Staustelle.

Dabei hat es schon das eine Projekt in sich: Ein Investor plant südlich der Bahnhofstraße, direkt am Bahntrog östlich der Reuttier Straße, eine Neubebauung. Die hatte schon vor einigen Wochen die Gemüter im Bauausschuss erhitzt. Vor allem die CSU-Räte hatten die Pläne als verkehrstechnische Zumutung bezeichnet. Der Grund: Sowohl beim Aus- als auch bei Einfahren auf das Grundstück wäre nur Rechtsabbiegen möglich. Wer also aus der anderen Richtung kommt oder in die andere Richtung will, müsste eine Schleife fahren. Mangels eines fehlenden Gesamtkonzepts für die Reuttier Straße wurde der Punkt seinerzeit abgesetzt.

Einiges von dem Unmut über das Projekt kochte im Stadtentwicklungsausschuss wieder hoch. Dabei widersprach das, was Verkehrsgutachter Sander van Tienhoven vorstellte, manchen Befürchtungen. Seinem Gutachten zufolge könne die Reuttier Straße den zusätzlichen Verkehr durch das Projekt am Bahntrog und durch einen geplanten Getränkemarkt auf dem früheren Daimler-Areal an der Industriestraße aufnehmen. Zumindest dann, wenn der bereits beschlossene Umbau der Verkehrsachse realisiert wird: mit einer zusätzlichen Geradeausspur an der Abzweigung Meininger Allee und einer Ampel an der Einmündung der Industriestraße.

Doch so richtig überzeugt waren viele Räte nicht – und auch nicht Oberbürgermeister Gerold Noerenberg. Der wunderte sich, dass die alltägliche Verstopfung in der Untersuchung keine Rolle spielt. Auch Johannes Stingl (CSU) hielt die Untersuchung „nicht für realitätsnah“, weil nur die einzelnen Kreuzungen und Einmündungen, nicht aber deren Wechselwirkungen untersucht wurden. Karl-Martin Wöhner (SPD) machte Vorschläge für veränderte Bus-Routen. Und Rainer Juchheim (Grüne) wollte über Mobilitätsalternativen und deren Wirkungen sprechen. Die Reuttier Straße liefert Gesprächsstoff.

Ulrich Seitz (SPD) sah das Problem mit der Bebauung am Bahntrog trotzdem als gelöst an. Mit einer Stimme Mehrheit folgte das Gremium seinem Antrag, dass weitere Verkehrsuntersuchungen zur Reuttier Straße nicht zu Lasten des Bauprojekts gehen dürfen. Einstimmung beschloss der Ausschuss aber, dass solche Untersuchungen nötig seien. Ebenfalls ohne Gegenstimmen wurde die Verwaltung beauftragt, die Schaffung einer Linksabbiegerspur in die westliche Bahnhofstraße zu prüfen. Diese wünschen sich die Betreiber der Glacis-Galerie.

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