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Neu-Ulm/Ulm

11.04.2019

In Gloria steckt ein bisschen Gardena

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In der Neu-Ulmer Denkfabrik von Gloria (von links): Wirtschaftsbeauftragter Bernd Neidhart, Gloria-Boss Markus Kress, OB Gerold Noerenberg und Geschäftsführer Andre Kirchesch.

In einem 8,5-Millionen-Euro-Neubau in Neu-Ulm residiert der „Think Tank“ des Druck-Sprühtechnik-Marktführers. Ohne die Ulmer Gartengerätetradition wäre das nicht so.

Ein Deal, der sich lohnte: 730 Millionen Euro brachte 2007 der Verkauf von Gardena an den schwedischen Konzern Husqvarna den Gründerfamilien Kress und Kastner ein. „Wir wollen ja nicht auf unserem Geld sitzen“, sagt Markus Kress über seine neueste Investition: 8,5 Millionen Euro kostete „Edison 15“, ein fünfgeschossiges Bürogebäude in der Neu-Ulmer Edisonallee. Dieses Investment der Kress-Familie ist zugleich seit Dezember dieses Jahres ein Zuhause einer anderen Familieninvestition: 2005 kaufte die Unternehmerfamilie das mittelständische Unternehmen Gloria. Produziert und entwickelt wird nach wie vor am Stammsitz des 1947 in Witten bei Bochum gegründeten Traditionsunternehmens. In Neu-Ulm ist allerdings der „Think Tank“, wie es Kress ausdrückt. Und in dieser Denkfabrik arbeiten 25 Mitarbeiter von 100 insgesamt.

Feuerlöscher gibt es unter dem Namen Gloria

Gartenthemen liegen der Familie Kress: Gardena wurde unter der Fittiche der Ulmer zu einem Synonym für Gartenarbeit. Und auch Gloria entwickle sich prächtig: Der Umsatz habe sich allein in den vergangenen vier Jahren auf 45 bis 50 Millionen Euro verdoppelt, wie Kress sagt. 60 Prozent davon werden mit der charakteristisch gelb-blau gestalteten Gartenlinie erzielt. Die Kernkompetenz liege bei Sprühgeräten. Doch im Zuge einer zunehmenden Skepsis vor Pflanzenschutzmitteln habe sich Gloria längst andere Standbeine angelegt. Der neuste Verkaufsschlager: die „Multibrush“, eine multifunktionale Oberflächenbürste. Eine sechsstellige Stückzahl des ziemlich konkurrenzlosen Produkts sei bereits abgesetzt worden.

Für die interessierte sich sogar Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg bei seinem Firmenbesuch samt Wirtschaftsbeauftragten der Stadt Neu-Ulm, Bernd Neidhart. Denn als Innenstadtbewohner ohne Garten habe er maximal seinen Balkon zu säubern. Interessiert nahm das Stadtoberhaupt auch zur Kenntnis, dass in der Edisonallee – trotz einer im „Edison 15“ neu erstellten Tiefgarage – akute Parkplatznot herrsche, so Kress.

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Mit Notsituationen wird die Firma Gloria noch heute häufig aus ganz anderen Gründen assoziiert: Gloria-Feuerlöscher hängen unter anderem auch im „Edison 15“, doch bereits 2004 wurde die Löschtechnik-Sparte vom Restkonzern abgetrennt. Getrennt hat sich die Familie auch längst auch von der Rasenmäherfirma Brill. Heute ist die Kress-Firma „Gloria Haus- und Gartengeräte“ nicht nur in Baumärkten und Privatgärten zu finden: 40 Prozent des Umsatzes erzielen die Glorianer mit Profigeräten. Das sind Kunststoffsprühgeräte für die Reinigung und Sprühgeräte aus Metall für Industrie- und Handwerk. Etwa zu Weichenschmierung, Betonnachbehandlung oder dem Aufbringen von Grundierungen oder Holzschutzölen. Ein Sprühgerät wurde von der Weltgesundheitsorganisation WHO zertifiziert und kommt in tropischen Ländern bei der Seuchenbekämpfung zum Einsatz. „Wir haben eine gute Nische gefunden“, sagt Kress. Weil die Firma vergleichsweise klein sei, sei sie wendig und habe so große Vorteile gegenüber Großkonzernen. Ein Verkauf an einen solchen – wie etwa im Falle Gardena – komme für Kress nicht infrage. Dafür stehe auch der Neubau „Edison 15“, der noch einen Dachgarten als Produktversuchsfläche bekomme.

Gloria ist nicht alleine im "Edison 15"

Das Bürogebäude „Edison 15“ belegt Gloria nicht alleine. Auf dem Rest der insgesamt 3200 Quadratmeter Bürofläche haben sich seit Dezember vergangenen Jahres drei weitere innovative Firmen angesiedelt:

Das Unternehmen beschäftigt sich mit der Technik hinter Fahrzeugzugangssystemen etwa im Schlüssel und gehört zur Firma „Automotive Microchip“.

Die Firma entwickelt Softwarelösungen für die Fertigungsindustrie. Außerdem ist das Unternehmen Vertriebspartner von HP. In Neu-Ulm werden 3-D-Drucker des Konzerns gezeigt.

Diese Firma mit Sitz in Neu-Ulm ist ein Anbieter von Bewerbermanagement-Software.

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