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"Hakuna Matata"

17.07.2019

In Neu-Ulm hat ein neues afrikanisches Restaurant eröffnet

In Neu-Ulm hat kürzlich das afrikanische Restaurant „Hakuna Matata“ aufgemacht. Wer will, kann dort auch in einer kleinen Hütte essen und trinken, so wie auf unserem Bild (von links) Meron, Wezenet und Tedros Berhe.
Bild: Alexander Kaya

In dem afrikanischen Restaurant „Hakuna Matata“ bietet Familie Berhe in Neu-Ulm eritreische Spezialitäten an. Was es dort zu essen gibt und was den Betreibern wichtig ist.

Wer auf der Suche nach afrikanischem Essen ist, wird seit Kurzem in der Brückenstraße in Neu-Ulm fündig. „Hakuna Matata“ heißt das Restaurant, das dort eröffnet wurde – und obwohl der Name aus dem Swahilischen kommt, klingt er doch auch hierzulande vertraut. Denn so heißt ein Lied in dem berühmten Disney-Streifen „König der Löwen“, der gerade neu verfilmt in den Kinos angelaufen ist. Wörtlich übersetzt bedeutet „Hakuna Matata“ so viel wie „Keine Probleme“ – und das ist für Familie Berhe, die das neue Restaurant betreibt, eine Art Programm.

Der Sohn hat bereits im Barfüßer und im Sucasa gearbeitet

„Gelassenheit, Leichtigkeit und der freundliche Umgang miteinander stehen an erster Stelle“, schreiben die Berhes in ihrer Speisekarte und mit diesem Motto wollen sie sich in die Herzen der Neu-Ulmer und Ulmer kochen. Dafür packt die ganze Familie mit an. Inhaber ist Vater Tedros Berhe, 59, Betriebsleiter ist sein 27-jähriger Sohn Meron. Mutter Wezenet kocht und auch die Töchter Wintana, Yohanna und Sohn Fnan helfen tatkräftig mit. „Es geht darum, dass man ein Stück heimische Kultur in die neue Heimat bringt“, sagt Meron Berhe. „Dass man versucht, Kulturen zusammenzuführen.“ Die Berhes leben bereits seit Jahrzehnten in Deutschland, seit 29 Jahren in Neu-Ulm. Wezenet Berhe kocht seit jeher leidenschaftlich gern, unter anderem für die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Meron Berhe studiert derzeit Jura in München, hat aber schon reichlich Erfahrung mit Jobs in der Gastronomie gemacht, etwa beim Barfüßer, im Sucasa oder auf dem Ulmer Weinfest. So reifte im Kreise der Familie irgendwann die Entscheidung, ein eigenes Restaurant zu eröffnen.

Diese Spezialitäten aus Eritrea kommen im "Hakuna Matata" auf den Tisch

Und was tischen die Berhes in ihrem Lokal an der Gänstorbrücke auf? „Hauptbestandteil ist ein Fladen, der aus Sauerteig besteht“, erläutert Meron Berhe die eritreische Küche. Dieser Fladen – Injera – der aus Getreidesorten wie Taff oder Millo gemacht wird, wird auf einen Teller gelegt und mit verschiedenen Speisen angerichtet. Teilweise Fleisch, teilweise Gemüse. „Das kann man sich ein bisschen vorstellen wie Geschnetzeltes, ummantelt von scharfen Soßen, mit eritreischen Gewürzen verfeinert.“ Da gibt es beispielsweise Zigni Dorho, das ist gekochtes Hähnchen in scharfer Tomatensoße mit eritreischer Butter und gekochtem Ei. Zil Zil ist eine Rindfleischpfanne mit Gemüse eritreischer Art. Es gibt aber auch vegane Gerichte wie Shiro, geröstete Kichererbsen mit afrikanischen Gewürzen abgeschmeckt. Spezialität des Hauses ist Maadi, eine gemischte Platte für mehrere Personen.

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In dem Land in Nordostafrika ist gemeinsames Essen ganz wichtig

Eingeteilt ist „Hakuna Matata“ in mehrere Bereiche. Wer wie gewohnt sitzen möchte, kann das auf einer langen Holzbank direkt am Fenster. Dann gibt es mehrere Tische mit kleinen Hockern. Und wer es ganz authentisch will, setzt sich in einer kleinen Hütte auf Polstern auf den Boden. Dabei essen alle von einem großen Teller – und möglichst mit der Hand. Die ostafrikanische Entsprechung von „Guten Appetit“ ist „Tzebuch Maadi“. Das heißt in etwa „Gutes, gemeinsames Mahl.“ Denn: „Das gemeinsame Essen ist bei uns ganz wichtig“, sagt Tedros Berhe.

Mittelfristig soll es auch afrikanisches Bier geben

Einen Mittagstisch haben die Betreiber bislang nicht – „wir wollen es langsam starten und schauen, wie es ankommt“. Die Resonanz sei bereits sehr gut, berichtet Meron Berhe. Das Einzugsgebiet reiche weit in den Kreis Neu-Ulm und den Alb-Donau-Kreis hinein, auch aus dem Unterallgäu kämen Gäste. Das liege sicherlich auch daran, dass ein afrikanisches Restaurant in der Region etwas Besonderes ist. Ab dem Wochenende wollen die Berhes ihr Angebot ausweiten und eritreischen Kaffee anbieten, der in einer bestimmten Zeremonie aus einer Tonkanne eingeschenkt wird. Mittelfristig soll es zudem afrikanisches Bier geben. Dass die Lage des Restaurants schwierig ist, ist den Berhes bewusst. Viele Lokale haben sich in der Vergangenheit an dem Standort nicht lange gehalten. Doch Meron Berhe ist überzeugt: „Es kommt immer darauf an, was man anbietet, ob es ins Konzept der Doppelstadt hineinpasst. Wir müssen die Chance nutzen, so viele Stammkunden wie möglich von uns zu überzeugen.“ Damit auch künftig das Motto gilt: „Hakuna Matata.“

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