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Pfaffenhofen

30.06.2020

In Pfaffenhofen gelten neue Regeln für Gassigänger

Das „Reiten verboten“-Schild am Rothuferweg wurde übergangsweise von der Verwaltung angebracht, um Reiter darauf aufmerksam zu machen, dass der Weg für Pferde gesperrt ist. Mit der neuen Satzung gilt das dann offiziell.
Bild: Alexander Kaya

Plus Eine neue Satzung soll das Verhalten in öffentlichen Anlagen wie auf Spielplätzen oder am Rothuferweg in Pfaffenhofen regeln. Hundehalter und Reiter sind davon besonders betroffen.

Picknicktasche gepackt, Sandspielzeug für das Kind dabei, Hund an die Leine und ab auf den Spielplatz: Ein solcher Ausflug wird in Zukunft in Pfaffenhofen nicht mehr möglich sein. Zumindest nicht mit Hund.

Die Satzung gilt auch für Spielplätze, den Rothuferweg und den Ortsgarten

Die Marktgemeinde Pfaffenhofen hat eine Grünanlagensatzung für die Benutzung der öffentlichen Anlagen in Pfaffenhofen erlassen. Dazu zählen alle Grünanlagen und die 18 Spielplätze im Marktbereich, der Ortsgarten und der vor Kurzem fertiggestellte Rothuferweg. Dieser war der ausschlaggebende Grund, warum die Satzung beschlossen wurde. Wie Bürgermeister Sebastian Sparwasser in der vergangenen Marktgemeinderatssitzung erklärte, gab es bis jetzt keine Grünanlagensatzung in Pfaffenhofen. Für den neuen Spazierweg entlang der Roth wird allerdings eine Benutzungssatzung benötigt. Deswegen sollte es gleich für alle Flächen eine einheitliche Regelung geben, so Sparwasser. Kerstin Lutz, Ordnungsamtsleiterin in Pfaffenhofen, erklärt, dass grundsätzlich jede Kommune selbst entscheiden kann, ob sie eine Grünanlagensatzung erlässt oder nicht. Wenn es keine gibt, gilt das öffentliche Recht. Auch wegen der „starken Frequentierung“ des neuen Rothuferwegs mache es Sinn, dass auch Pfaffenhofen eine solche Satzung hat, sagt Lutz.

In der neuen Regelung wird vor allem das Verhalten in öffentlichen Anlagen festgelegt. Darunter gehört zum Beispiel: keine Blumenflächen umzutreten, das Rauchverbot auf Spielplätzen, kein Alkoholkonsum in öffentlichen Anlagen und Spielplätzen, das Reiten und Führen von Pferden (ausgenommen Weidequerungen), das Klettern auf Bäume oder Masten oder offenes Feuer zu machen. „Alles Dinge, die selbstverständlich sein sollten“, sagte Sparwasser in der Sitzung. Was für die Räte jedoch nicht selbstverständlich war, ist die Regelung zum Mitführen von Hunden. Laut dem Bürgermeister wurde dieses Thema von einigen Anwohnern bereits an die Gemeindeverwaltung herangetragen.

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Hundeverbot auf dem Spielplatz ist nicht für alle plausibel

Hunde dürfen nach der neuen Satzung nur noch an einer höchstens zwei Meter langen Leine mitgeführt werden. Ausgenommen sind Behindertenbegleithunde, Diensthunde oder Rettungshunde. Auf Spielplätzen ist das Mitführen von Hunden ab kommenden Donnerstag – da tritt die Satzung in Kraft – verboten. Das Hundeverbot auf Spielplätzen störte vor allem die Hundehalter unter den Räten.

Christoph Oetinger (FWG) fragte nach, wie das Verbot genau aussehen soll: „Gerade Familien laufen doch mit Hund und Kind zum Spielplatz. Da kann ich ja gar nicht mit dem Kind spielen, wenn der Hund nicht auf den Spielplatz darf.“ Der Vierbeiner sei ja trotzdem angeleint, diese Regel fand Oetinger auf jeden Fall wichtig. Er stellte einen Antrag, den dementsprechenden Absatz aus der Satzung zu streichen. Doch bis auf die FWG-Kollegen sahen die Räte das anders.

Martin Strobel (CSU) beispielsweise, der glaubte, wenn man mit einem Kind spiele, habe man den Hund nicht mehr unter Kontrolle. Oder wenn ein zweiter Hund komme, könne es sein, dass sich eines der Tiere von der Leine losreiße. Mit 16 Stimmen wurde gegen Oetingers Antrag gestimmt, das heißt ab sofort: Hundeverbot auf Spielplätzen.

Die Reiter dürfen nicht am Rothufer entlang: Jetzt auch offiziell

So intensiv wurde schon lange nicht mehr über Tiere diskutiert wie in der vergangenen Sitzung, denn auch Pferdebesitzer beziehungsweise Reiter sind von der neuen Grünanlagensatzung betroffen. Claudia Walk (FWG) fragte nach, woher denn die selbst kopierten Schilder am Rothuferweg kommen, denn diese würden nicht als offizielle Verbotsschilder gelten. Bauamtsleiter Alexander Gehr nahm das Schild auf seine Kappe, beziehungsweise auf die der Verwaltung: Das Schild sei provisorisch angebracht worden, um im Vorfeld an die Reiter zu appellieren. Die Pferde würden den etwa zwei Meter breiten Fußweg kaputtmachen und ihre Hinterlassenschaften sollten auch nicht auf dem Spazierweg liegen. Davon betroffen ist der Pferdehof der Familie Spiegler in Volkertshofen, die von der neuen Satzung noch nichts wussten. „Der alte Weg war aber schon immer ein Wirtschaftsweg, den wir bisher immer zum Hinaustreiben auf die Koppel genutzt haben“, sagt Besitzer Marc Spiegler. Den wollen sie auch weiterhin nutzen, vom Verbotsschild am neuen Rothuferweg weiß er bereits. Am Graben entlang können sie in Zukunft nicht mehr reiten.

Wer gegen die Satzungsregeln verstößt, beispielsweise Hunde in Grünanlagen frei herumlaufen lässt, oder sich nach 20 Uhr auf einem Spielplatz im Gemeindegebiet aufhält, muss mit einem Bußgeld von bis zu 2500 Euro rechnen.

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