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Wirtschaft

20.11.2019

In den Unternehmen bröckelt die Zufriedenheit

Gerd Stiefel

Konjunkturumfrage für den Landkreis Neu-Ulm deckt Sorgen auf

Im Landkreis Neu-Ulm nimmt die Zufriedenheit in den Betrieben ab: Nur noch 45 Prozent der Unternehmen sprechen von einer guten Geschäftslage, 26 Prozentpunkte weniger als im Frühjahr 2019. Die Geschäftserwartungen haben sich ebenfalls eingetrübt. Dadurch fällt der Konjunkturindex der Industrie- und Handelskammer (IHK), der sich aus den Beurteilungen zur aktuellen und erwarteten Geschäftslage ergibt, um 23 Punkte auf den Wert von 107 Punkten.

Gründe für die kritischen Stimmen sind in der rückläufigen Auftragsentwicklung zu finden. Sowohl die Inlandsnachfrage aber noch stärker die Auftragseingänge aus dem Ausland sind in den vergangenen Monaten gesunken. Noch profitieren die Unternehmen jedoch von älteren Aufträgen, was die Kapazitätsauslastung auf einem unverändert guten Niveau hält. „Nach der langen Phase mit hohen Wachstumsraten bringen Schwierigkeiten beim internationalen Handel und der Strukturwandel in der Fahrzeugindustrie den Konjunkturmotor zum stottern“, sagt Gerd Stiefel, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Neu-Ulm.

Für die kommenden Monate erwarten die Unternehmen eine erneute Verschlechterung der Geschäftslage. Die Prognosen zur Entwicklung der Auftragsvolumen sind pessimistisch. Die Investitionspläne dementsprechend zurückhalten.

Auch die Unternehmen in der gesamten Region Donau-Iller, zu der der Kreis Neu-Ulm gehört, spüren die derzeitige Konjunkturflaute. 49 Prozent der Unternehmen, 14 Prozentpunkte weniger als im Frühjahr, beurteilen ihre Geschäftslage als gut und auch die Erwartungen für die kommenden Monate haben sich eingetrübt. Die Probleme für die Industrie machen sich in der Region Donau-Iller deutlicher als im schwäbischen Durchschnitt bemerkbar. Um mehr als 20 Prozentpunkte geht der Anteil der Industrieunternehmen zurück, die ihre Geschäftslage als gut bezeichnen, und liegt jetzt bei 34 Prozent. Die Geschäftslage wird sich nach Einschätzung der Unternehmen in den kommenden Monaten noch weiter verschlechtern.

Der Außenhandel schwächelt in fast allen Regionen und auch in den bisher stabilen Absatzmärkten in Europa und China sind die Auftragsvolumina deutlich gesunken. Lediglich für Nordamerika nimmt der Anteil der Unternehmen zu, die ein ansteigendes Auftragsvolumen melden. Die Prognosen sind entsprechend pessimistisch.

Die Dienstleistungsunternehmen, die oft eng mit der Industrieentwicklung verbunden sind, können sich in dem Umfeld noch gut behaupten. Zwar ist die Zufriedenheit zurückgegangen, liegt aber mit 60 Prozent positiven Beurteilungen zur Geschäftslage noch auf einem hohen Niveau.

Die stärker konsumabhängigen Branchen Handel, Tourismus und Bau zeigen sich hingegen weiterhin zufrieden und beurteilen die Geschäftslage mehrheitlich mit gut. Die Erwartungen für nahe Zukunft haben sich jedoch auch hier eingetrübt. (az)

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