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31.07.2010

In der Natur brausen die Gedanken auf

In der Natur brausen die Gedanken auf

Ulm Den bilderreichen Katalog zu ihrem "Sprachpfad" vom Botanischen Garten zur grünen Lunge der Stadt Ulm mit ihren lauschigen Innenhöfen hat sie bereits Mitte Juni auf dem Oberen Eselsberg erwandern lassen. Jetzt hat Objektkünstlerin Marlies Obier zum Thema "Kunst und Natur" nachgelegt: In Ulms Aegis-Bücherei stellte sie ihr Buch "und ich bin Goethe" vor.

Auch dieses literarische Porträt begleitet Obiers bürgernahes und Brücken schlagendes Ausstellungsprojekt der "Literarischen Orte", das mit 21 himmelblauen Wander-stäben aus Stahl an Start und Ziel beim Botanischen Garten der Universität markiert ist. In Goethe gipfelt der Literaturwissenschaftlerin und Buchautorin zufolge das universelle Bild des schreibenden Künstlers: Naturforscher, Maler, Gärtner und Dichter aus einem Antrieb. "Er war ein unruhiger Wanderer durch das Leben", sagt Obier. Die frühen Stürmer und Dränger erwanderten sich ihre Träume. "Die Leiden des jungen Werther" wird als Briefroman der Bestseller 1774.

Die Wanderschaft, die Marlies Obier zum Leitmotiv ihres Ulmer Projektes erkoren hat, wurde für den jungen Goethe zur Lebenschiffre. Für die spätere Romantik wird sie zum Markenzeichen. Auf 106 Seiten bündelt die Autorin in acht Kapiteln ihre Vorträge und Projekte: Goethe in der Mitte, im Kreis der Naturforscher Alexander von Humboldt oder Charles Darwin; Goethes als Mentor der Straßburger Tischgesellschaft um Jung-Stilling und Herder.

Das Büchlein ist kenntnisreich, spannend, amüsant, biografisch durchforscht und informativ. Was Goethe selbst in seinem Weimarer Garten fand: das Glück der Naturverbundenheit für aufbrausende Gedanken. Diese beflügelten auch bei Aegis: Wer kam, fand kaum ein Durchkommen mehr. (roma)

Marlies Obier, "und ich bin Goethe". Ein literarisches Porträt, Seltmann und Söhne, Lüdenscheid, 16,50 Euro.

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