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Nersingen

04.03.2020

Innenminister Herrmann über Corona: „Kein Grund, in Panik zu verfallen“

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (rechts) war in Nersingen zu Gast. Mit ihm im Gespräch: Bürgermeister Erich Winkler (neben Herrmann) und Landrat Thorsten Freudenberg (gegenüber sitzend).
Bild: Alexander Kaya

In Nersingen spricht Innenminister Joachim Herrmann über den Corona-Virus, die simpelste Vorschriftsmaßnahme – und die allgemeine Sicherheitslage in Bayern.

Unter den zünftigen Klängen des Musikvereins Nersingen und dem rhythmischen Klatschen des Publikums betrat der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann am Dienstagabend die Nersinger Gemeindehalle. Auf einen Handschlag mit Bayerns Innenminister mussten Bürgermeister Erich Winkler , Landrat Thorsten Freudenberg sowie die anderen Gäste der Veranstaltung aber verzichten: Das mache er wegen des Corona-Virus derzeit nicht. „Es ist eine der simpelsten Vorsichtsmaßnahmen, wenn sich die Leute einfach nicht mehr die Hand geben“, appellierte Herrmann. Das habe der Krisenstab der Staatsregierung als Empfehlung beschlossen.

Gleichzeitig betonte der Innenminister: „Sie leben nicht in Zeiten der Pest wie im Mittelalter. Es gibt keinen Grund, hier jetzt in Panik zu verfallen, aber wir haben Grund, uns jetzt vernünftig zu verhalten.“ Denn man dürfe die Situation auch nicht unterschätzen. Besonders wichtig sei derzeit die offene Kommunikation. „Da wollen wir uns schon vom Anfang in China unterscheiden“, betonte der Staatsminister und erinnerte daran, dass die dortigen Behörden das Auftreten des neuartigen Virus lange Zeit öffentlich verschwiegen hatten. In Deutschland gebe es deshalb täglich Meldungen der Gesundheitsämter über die aktuell aufgetretenen Fälle.

Innenminister Herrmann: Bayern ist das sicherste aller Bundesländer

Sicherheit war an dem Abend auch weiterhin Thema, stand Herrmanns Besuch in Nersingen doch unter dem Titel „Gemeinden und Städte – Orte eines aktiven und sicheren Lebens“. Dabei hob der Innenminister gleich zu Beginn seiner Ausführungen hervor, dass Bayern das sicherste aller Bundesländer sei. Er verwies auf die Kriminalitätshäufigkeitszahl – die Zahl der Straftaten bezogen auf 100.000 Einwohner, die hierbei über Regionen und Bundesländer hinweg Vergleiche ermöglicht.

Innenminister Herrmann über Corona: „Kein Grund, in Panik zu verfallen“
Unter den zünftigen Klängen des Musikvereins Nersingen und dem rhythmischen Klatschen des Publikums betrat der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann am Dienstagabend die Nersinger Gemeindehalle.
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Innenminister Joachim Herrmann zu Gast in Nersingen
Bild: Alexander Kaya

In Bayern liege die Kriminalitätshäufigkeitszahl bei 4500 – und damit weit unter dem Bundesdurchschnitt von 6500. Die Sicherheit „haben wir ganz besonders der Arbeit unserer großartigen Polizei in Bayern zu verdanken“, betonte Herrmann. Deshalb sei es wichtig, diese gut auszustatten – mit Personal und entsprechender Ausrüstung. In den kommenden Jahren sollen demnach auch in der Stadt Neu-Ulm und im Landkreis Neu-Ulm mehr Beamte zur Verfügung stehen.

Joachim Herrmann macht Neu-Ulms Landrat Freudenberger ein Kompliment

Jahrelange Hausbesetzungen wie in Hamburg seien in Bayern undenkbar, nannte der Innenminister als Beispiel. Günther Beckstein , der frühere Bayerische Innenminister, habe damals schon gesagt: „In Bayern bleibt kein Haus länger als 24 Stunden besetzt.“ Und das sei auch der Fall gewesen, so Herrmann , der betonte, dass es während seiner Amtszeit sowieso noch nie Hausbesetzungen im Freistaat gegeben habe. „Wir nennen das Deeskalation durch klare Ansagen“, betonte der Staatsminister. Die Polizei brauche dabei jedoch weiterhin Rückdeckung und dürfe nicht in jeder Auseinandersetzung zum Sündenbock erklärt werden.

Für die Gemeinde Nersingen hatte der Innenminister lobende Worte im Gepäck: „ Nersingen hat sich gut entwickelt und ich denke, da sind die Weichen gut gestellt, dass das auch so bleibt.“ Ein persönliches Kompliment hatte er für seinen Parteikollegen Freudenberger: „Thorsten ist schon einer der stärksten Landräte, die wir in Bayern haben.“ Der Neu-Ulmer Landrat habe ihn schon vor Monaten verpflichtet, zu einer Wahlkampfveranstaltung in den Landkreis zu kommen.

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