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12.07.2010

Innovationen auf Staatskosten

Gipfeltreffen in Ulm: die beiden Wirtschaftsminister aus Bayern und Baden-Württemberg, Martin Zeil (links) und Ernst Pfister, vor dem Ulmer Münster. Foto: heo
Bild: heo

Ulm/Neu-Ulm Das Ziel hört sich ganz einfach an, ist es aber nicht: die Entwicklung einer Computer-Steuerung, die über Symbole und Farben funktioniert, sodass auch Menschen, die weder lesen noch schreiben können, damit umgehen können. Innovation ist teuer. So holten sich die kleinen Firmen HQ-Dielectrics (Dornstadt) und Fab-Mation aus Neu-Ulm finanzielle Hilfe vom Staat: einen Innovationsgutschein. Nur eins von 39 Beispielen aus der Region, wie durch einen Zuschuss von 7500 Euro Entwicklungen angestoßen wurden.

Gestern kamen die Wirtschaftsminister von Baden-Württemberg, Ernst Pfister, und Bayern, Martin Zeil, nach Ulm zur Industrie- und Handelskammer, um eine Zwischenbilanz des Förderprogramms abzugeben. Und die war durchweg positiv.

In Bayern werden kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten und höchstens zehn Millionen Euro Umsatz gefördert. Auch wenn der Betrag auf den ersten Blick gering erscheine, zeigte sich Projektleiter Siegfried Hartmann überzeugt, dass den Unternehmen damit geholfen werde auf dem "Marsch zur Wissens- und Informationsgesellschaft".

Denn gerade kleine Unternehmen hätten oftmals keine Forschungsabteilung. Umso wichtiger sei es, für ein innovationsfreundliches Klima zu sorgen. Es hätte sich gezeigt, dass 70 Prozent aller Anträge von Unternehmen gestellt würden, die bisher noch mit keiner Forschungseinrichtung kooperiert hätten. Das Vier-Mann-Unternehmen HQ-Dielectrics aus Dornstadt bei Ulm etwa holte sich per Innovationsgutschein den Neu-Ulmer Spezialisten Fab-Mation um Rainer Broleen ins Boot. Der Auftrag: Herauszufinden, ob jene neuartige symbolgestützte Anlagensteuerung überhaupt realisierbar ist, wie es sich Wilhelm Beckmann von HQ-Dielectrics vorstellt.

Innovationen auf Staatskosten

Fünf aus Neu-Ulm

Die Minister sind der Überzeugung, dass eine solche staatliche Förderung die Marktreife und somit auch den Fluss von Steuergeldern entscheidend beschleunigen kann. Pfister lobte die "Innovationsregion". Es komme nicht von ungefähr, dass die Zwischenbilanz in Ulm gefällt worden sei. Das gemeinsame Standortmarketing und die Innovationsfähigkeit werde auf unterschiedlichsten Feldern durch kreative Ideen vorangetrieben.

Zeil betonte, dass insbesondere ländlich geprägte Regionen wie weite Teile des Landkreises Neu-Ulm von den Innovationsgutscheinen profitieren würden. Allerdings ist den Zahlen des Ministeriums zu entnehmen, dass aus dem Landkreis Neu-Ulm bislang erst fünf Unternehmen jene Förderung erhielten. Und das Budget für die ersten drei Pilot-Jahre ist offenbar "weitgehend" ausgeschöpft. Im ersten Projektjahr wurden im Freistaat Bayern 270 Innovationsgutscheine mit maximal 7500 Euro ausgestellt. Die Bandbreite reicht von einer kompakten Hochseilgarten-Anlage bis zum Kaminaufsatz mit neuartiger Technologie zur Minimierung des Feinstaubausstoßes.

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