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Illertissen

07.04.2021

Insolvenz von Illerplastic: Jetzt kann Konkurrent Gugelfuss wachsen

Der Vertrag ist unterschrieben, jetzt gehört die Illerplastic Fensterbau GmbH zum Oberelchinger Unternehmen Gugelfuss.
Foto: Alexander Kaya

Plus Am Mittwoch wurde der Kaufvertrag für das insolvente Unternehmen Illerplastic unterschrieben: Jetzt gehört der Fensterhersteller dem Konkurrenten Gugelfuss.

Jetzt ist es amtlich: Der Elchinger Fensterhersteller Gugelfuss hat das insolvente Unternehmen Illerplastic gekauft. Am Mittwochmittag wurde der Vertrag unterschrieben. Mit diesem Zukauf macht das Oberelchinger Fenster-, Türen- und Fassadenbauunternehmen Gugelfuss einen weiteren Sprung nach vorne.

Anton Gugelfuß, zusammen mit seinem Neffen Martin Geschäftsführer der Firma, bestätigte am frühen Abend gegenüber unserer Redaktion, dass der Vertrag nun unterschrieben ist. Damit wächst das Unternehmen um ein gutes Stück weiter. Es sicherte sich den Kern der Illerplastic-Gruppe, die insolvente Fensterbau GmbH. Eigentlich stand bereits am Gründonnerstag fest, dass Gugelfuss Illerplastic übernehmen werde. Die Oberelchinger hatten das beste Angebot abgegeben, wie beide Insolvenzverwalter Tobias Sorg und Konrad Menz von der Ulmer Kanzlei BMP Solutions fanden. Das letzte Wort hatte allerdings der dreiköpfige Gläubigerausschuss, der sich während der Feiertage Gedanken machte.

Am Mittwochmittag wurde der Kaufvertrag unterzeichnet. Anton Gugelfuß und sein Neffe freuten sich, dass sie den Zuschlag erhalten hatten, denn ihr Unternehmen ist schon seit einiger Zeit an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen, es benötigt dringend Erweiterungsmöglichkeiten. "Wir haben mittlerweile sehr lange Lieferzeiten", sagte Anton Gugelfuß, "wir sind sehr stark ausgelastet. Deshalb waren wir schon länger auf der Suche." Insofern kam es den Oberelchingern durchaus gelegen, dass Illerplastic wegen Insolvenz zum Verkauf stand. Allerdings bedauerte Gugelfuß auch, dass die Illertisser in Schwierigkeiten geraten waren: "Das ist wie wir ein alteingesessenes Familienunternehmen. Das tut schon weh."

Illerplastic ist insolvent: Bei Gugelfuss dagegen läuft es rund

Die Geschäfte der Oberelchinger laufen dank der immer noch anhaltenden Konjunktur im Bauwesen ausgesprochen gut. Seit Längerem wächst Gugelfuss sehr solide, im Schnitt zwischen fünf und acht Prozent pro Jahr. Vergangenes Jahr betrug der Nettoumsatz 45 Millionen Euro. Knapp 300 Mitarbeiter beschäftigt das 1891 als Küfereibetrieb gegründete Unternehmen. Mit denen werden bisher im Hauptwerk Oberelchingen und den Niederlassungen Pfaffenhofen, Straß und Beerwalde in Thüringen Fenster, Türen und Fassaden produziert. Schon vor drei Jahren hatte Anton Gugelfuß gesagt: "Wir könnten viel mehr Leute einstellen." Jetzt kommen dank des Zukaufs in Illertissen etliche dazu. Allerdings ist noch nicht ganz sicher, wie viele der rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fensterbau GmbH übernommen werden. Alle könne er nicht weiterbeschäftigen, hatte Anton Gugelfuß schon vor der Vertragsunterzeichnung klargemacht. Zu diesem Zeitpunkt könne er noch keine näheren Angaben machen, sagte Gugelfuß auf Nachfrage. Ein Teil der Arbeitsplätze werde gesichert, es soll auch weiter in Illertissen produziert werden.

Die Firma Illlerplastic ist insolvent. Wie geht es nach der Übernahme weiter?
Foto: Alexander Kaya

Gugelfuss hatte das beste Angebot für Illerplastic

Allerdings betrifft das nur die Illerplastic Fensterbau GmbH mit rund 170 Beschäftigten. Die Illerplastic Kunststoffprofile GmbH, die immer noch am angestammten Gründungssitz in Au produziert, hatte nie rote Zahlen geschrieben. Sie bleibt bei der Familie von Geschäftsführer Armin Oßwald. Er hat sie aus der Insolvenzmasse herausgekauft und will sie mit den vorhandenen 46 Beschäftigten weiterführen. Diesem sehr spezialisierten Unternehmensteil werden auf dem Markt gute Chancen eingeräumt. Anton Gugelfuß freut sich, dass sein Unternehmerkollege Oßwald diesen Betrieb aufrechterhält.

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