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Roggenburg

05.11.2019

Jäger im Landkreis Neu-Ulm stehen vor vielen Herausforderungen

Die verdienten Mitglieder Josef und Maria Klein, Peter Mauser und André Leplat (von links) wurden bei der Hubertusfeier der Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbands von Christian Liebsch (rechts) mit Geschenken bedacht.
Bild: Andreas Brücken

Die Kreisgruppe Neu-Ulm des Bayerischen Jagdverbands feiert 60. Gründungstag. Neben Lob sind bei der Hubertusfeier auch mahnende Worte zu hören.

Im Rahmen der traditionellen Hubertusfeier haben die Jäger des Landkreises Neu-Ulm auf ihre 60-jährige Geschichte zurückgeblickt. Der Vorsitzende der Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbandes, Christian Liebsch, sagte in seiner Festrede, dass bei allem Stolz der anhaltende Erfolg kein Garant für die Zukunftsfähigkeit des Verbandes sei. „Dieser Stolz darf weder ein verlockendes Ruhekissen sein, noch zur Selbstgefälligkeit werden, sondern dieser Stolz muss neben der Wertschätzung des Erreichten auch gleichzeitig Antrieb sein, es künftig noch besser zu machen.“

Jüngst haben die Verbandsmitglieder mit einer kulinarischen Aktion auf dem Neu-Ulmer Stadtmarkt unter dem Motto „Von der Pirsch in die Stadt“ auf sich aufmerksam gemacht: Das Jäger- und Metzgerehepaar Maria und Josef Klein verkaufte dort Wildbret aus der Region. Zudem lud Gastwirt Robert Neumaier interessierte Hobbyköche in Attenhofen zum Wildkochkurs ein. Bereits zum 15. Mal veranstalteten die Jäger gemeinsam mit dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband die Wildwoche.

Die Zahl der Wildschweine nimmt stark zu

Doch nicht nur Schmankerl und Spezialitäten bestimmten das Vereinsleben der Jäger im vergangenen Jahr, wie Liebsch im vollbesuchten Vereinsheim von Schießen betonte: „Die Herausforderungen wie der geforderte Einsatz von Nachtzieltechnik auf das Schalenwild oder die schwindenden Lebensräume durch zunehmende Bebauung im Landkreis werden unsere Einigkeit in der nächsten und ferneren Zukunft weiter dringend erforderlich machen.“

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Lothar Reiner, Ehrenmitglied des Bayerischen Jagdverbandes und ehemaliger Vize-Präsident, wies in seiner Rede auf die vielfältigen Verpflichtungen und Herausforderungen hin, die die Jäger beschäftigen, wie den Erhalt und die Schaffung von artgerechtem Lebensraum für das Rotwild. Kritisch äußerte sich Reiner über die Entwicklung des Schwarzwildes, das in den vergangenen Jahren „fast eine explosionsartige Zunahme erfuhr“, wie er sagte. Während das Wildschwein für Jäger, Förster und Waldbesitzer eine geschätzte Tierart sei, richteten die Sauen auf landwirtschaftlichen Flächen gewaltige Schäden an.

Eine klare Absage erteilte Reiner gegenüber Kollegen, welche die Jagd als Trophäenkult, aus Schießwut oder gesellschaftlichem Prestige betreiben würden. Vielmehr sei der Kern der Jagd das einzigartige jagdliche Naturerlebnis, sagte der Ehrenvorsitzende weiter. Auch dürften die Jäger nicht auf jedes technische Hilfsmittel zurückgreifen, das derzeit verfügbar ist, fügte Reiner hinzu.

Lobende Worte und einen Dank für ihre Arbeit richtete der Kreisvorsitzende Liebsch bei der Feier an die verdienten Mitglieder André Leplat, Robert Neumaier, Maria und Josef Klein sowie Peter Mauser.

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