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Oberliga

10.05.2015

Jagdszenen beim Fußballderby zwischen Reutlingen und Ulm

Teilweise maskierte Ulmer „Fans“ im Stadioninneren.
Bild: Eibner

Beim Oberliga-Derby zwischen Reutlingen und Ulm ist es zu Ausschreitungen gekommen. Anhänger der Gastgeber und der Spatzen gingen aufeinander los. Die Polizei griff mit Bedacht ein.

Der SSV Reutlingen und der SSV Ulm 1846 Fußball trennten sich am Samstag im Oberligaderby schiedlich-friedlich mit 1:1. Überhaupt nicht friedlich waren aber auf beiden Seiten Besucher des Spiels, die sich als Fans des jeweiligen Vereins ausgaben. Im Gegenteil: Es kam zu Ausschreitungen, die starken Polizeieinsatz erforderlich machten. In der 86. Spielminute stürmten mindestens 50 Leute aus dem Ulmer Fanblock, nachdem dort plötzlich die Tür zum Innenraum das Stadions offenstand, Richtung Spielfeld. „Ich konnte es selbst nicht sehen, aber ich habe nachher gehört, ein Reutlinger Ordner habe die Tür aufgemacht“, berichtete gestern Spatzen-Trainer Stephan Baierl.

Ein anderer, ganz neutraler Augenzeuge der Vorfälle im Reutlinger Stadion berichtet davon, dass schon eine Stunde vor der Partie Ulmer Fans am Einlass zu ihrem Block von etwa 50 bis 70 offensichtlich gewaltbereiten Reutlinger Anhängern angegangen wurden und die Polizei, die im übrigen stets deeskalierend gewirkt habe, dazwischenging. Der Augenzeuge weiter: „Es gab während des Spiels ein ständiges Hin und Her an Provokationen. Man sah am Samstag eine große Menge meist junger Leute verschiedener Herkunft mit wutverzerrten Gesichtern. Einige waren auch maskiert. Am Samstag entwickelten sich richtiggehend Jagdszenen.“

Als Männer aus dem Ulmer Fanblock ins Stadioninnere rannten, seien die Spieler zur Trainerbank geeilt und der Schiedsrichter hat die Partie für ein paar Minuten unterbrochen, bis die Polizei die Krawallmacher in ihren Block zurückgedrängt hatte. „Fans haben Werbebanner zerstört“, erzählte der Augenzeuge, „einer riss eine Eckfahne heraus und schleuderte sie auf die Haupttribüne. Da ging es richtig zur Sache.“ Nach Spielschluss wurden die Ulmer Fans von den Reutlinger Anhängern erheblich provoziert. Die Polizei verhinderte dabei weitere Ausschreitungen.

Laut Polizei waren unter den Ulmer Fans auch Anhänger aus Aalen, Nürnberg, Oberhausen und vom Eishockeyclub in Kaufbeuren, während die Reutlinger von Fans des FC St. Gallen/Schweiz unterstützt wurden. Bilanz der Polizei: zwei leicht verletzte Beamte, viele versuchte Körperverletzungsdelikte, Beleidigungen und Sachbeschädigungen. „Es gab am Samstag bedrohliche Situationen“, sagt Thomas Oelmayer vom Vorstand des SSV 46 Fußball. „Eswird erhebliche Sanktionen gegen die Fans geben.“"Seite 34

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