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Benefiz

14.03.2018

Jeder Hit hilft beim Musikmarathon

Auch er bekommt nur 15 Minuten: Get Well Soon.

Am Samstag spielen im Roxy 20 Bands und Einzelkünstler für den guten Zweck. Manche sind durchaus bekannt

Niemand bekommt Gage – und keiner darf länger als 15 Minuten spielen: Die Regeln, die für die Künstler beim Ulmer Musikmarathon gelten, klingen nicht gerade einladend. Und doch bewerben sich jedes Jahr mehr Gruppen, als im Programm Platz haben. Das weiß auch Booker Tobias „Bobbes“ Schmid: „Wir hätten auch 50 Bands spielen lassen können.“ Das Geheimnis: Beim Musikmarathon im Roxy gibt es gute Musik für einen guten Zweck. Am Samstag, 17. März, bereits zum 14. Mal.

Insgesamt 20 Acts – vom Singer-Songwriter bis zur neunköpfigen Ska-Kapelle – geben sich dann auf zwei Bühnen das Mikrofon in die Hand. Sechs davon kommen aus Ulm und Umgebung, der Rest kommt von weiter her, mit Punk-Liedermacher Tim Vantol ist sogar ein Künstler aus den Niederlanden dabei. Dazu kommen unter anderem die Punkrocker Alex Mofa Gang (Berlin), das Comedy-Pop-Duo Suchtpotenzial (Ulm/Berlin) und die Indie-Brüder Bruckner (Regensburg). Der Star des Abends ist aber Konstantin Gropper alias Get Well Soon, der mit seinem melancholischen Kammerpop auch international gefragt ist. „Er ist einer von denen, an denen wir schon seit Jahren dran sind“, gesteht Schmid bei einem Pressegespräch. Denn natürlich gehört bei überregionalen Künstlern immer ein bisschen Glück und Überredungskunst dazu. Wobei der Wahl-Mannheimer Gropper, der im Roxy solo auftritt, den Abstecher zum Musikmarathon mit einem Heimaturlaub verbindet: Er stammt aus Erolzheim im Illertal.

Dass eine solche Veranstaltung, den Organisatoren zufolge „Süddeutschlands größtes Benefizkonzert“, überhaupt möglich ist, liegt nicht nur an den diesmal rund 100 Musikern, die kostenlos auftreten, sondern natürlich auch an den etwa 50 ehrenamtlichen Helfer. Die stehen an der Bar oder an der Kasse, kümmern sich um die Technik oder das Catering. Dazu kommen die Sponsoren, die entweder Sachleistungen (Getränke, Essen, Bühnentechnik, Hotelzimmer) oder auch Geld für Unkosten beisteuern. Denn das Ziel des Vereins „Einsatz – Musik für Menschen in Not“ ist, den gesamten Eintritt an ein Hilfsprojekt zu spenden. 2017 kamen so 8500 Euro zusammen, die an ein Wohnprojekt für HIV-Infizierte in Indonesien, an ein Waisendorf in Kenia und an den Kontaktladen der Ulmer Drogenhilfe gingen.

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Auch dieses Jahr haben die Organisatoren wieder drei Projekte auserkoren, die finanziell unterstützt werden sollen. Neben dem Ulmer Behandlungszentrum für Folteropfer und einem Sozialprojekt für weibliche Boko-Haram-Opfer in Nigeria soll auch ein Krankenhaus in Uganda unterstützt werden. Dieses liegt im Norden des Landes, wo das Hirtenvolk der Karamojong lebt. Der pensionierte Unfallchirurg Friedrich Ullrich aus Landsberg am Lech hilft seit Jahren dabei, die Bedingungen in der von Ordensleuten betriebenen Klinik zu verbessern. „Es ist ein Land voller Gewalt“, berichtet er von seinen Erfahrungen. Mit der Musikmarathon-Spende sollen Spezialnägel für die Operation von Oberschenkelbrüchen angeschafft werden. Denn eine solche Verletzung, so Ullrich, bedrohe in dieser Region manchmal die Existenz ganzer Familien. Das Projekt passt perfekt in das Anforderungsprofil, dass die Ulmer Organisatoren stellen: Es gibt einen verlässlichen persönlichen Kontakt – und mit dem Geld wird kein Finanzloch gestopft, sondern ein konkretes Problem beseitigt.

Der Eintritt für den Musikmarathon kostet an der Abendkasse zehn Euro – zusätzliche Spenden sind natürlich willkommen. Beginn ist um 18 Uhr. Nach den Konzerten gibt es im Roxy eine Aftershow-Party mit DJ Purple Haze und Deejot Roterfreibeuter. (mgo)

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