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11.06.2009

Jetzt gibt's den Fahrplan aufs Handy

Ulm/Neu-Ulm (boz) - Billiger geht es nicht: Der Donau-Iller-Nahverkehrsverbund (DING) bietet jetzt aktuelle Fahrplanauskünfte kostenfrei für das Handy an. Allerdings zunächst nur in den drei Mensen der Ulmer und Neu-Ulmer Hochschulen. Zudem müssen die Mobiltelefone über die "Bluetooth-Übertragungstechnik" verfügen, mit deren Hilfe man sich in den DING-Auskunftscomputer einloggen kann und der auch im Internet zur Verfügung steht.

Mithilfe der Studenten will der Verkehrsverbund das System ein Jahr lang testen, ehe es nach und nach an den Haltestellen eingesetzt wird, die nicht über die elektronischen Anzeigetafeln verfügen und die die aktuellen Abfahrzeiten bzw. Verspätungen anzeigen. "Jetzt sind wir in der Testphase für das Projekt 'Intelligente Haltestelle'", sagte DING-Geschäftsführer Thomas Mügge bei der Präsentation am Mittwoch in der Universität Ulm. Und er erinnerte daran, dass man bereits seit zwei Jahren mit dem Handy seine Fahrkarte bezahlen kann.

Das Land Baden-Württemberg unterstützt diesen Versuch im Rahmen des zweiten Innovationsprogramms Öffentlicher Nahverkehr. Tobias Eisele von der Verkehrsabteilung des Stuttgarter Innenministeriums freute sich, "das DING ein Vorreiter sei". Leider gebe es sonst im Land nicht viel Interesse an dieser Förderung. "Das Handy bietet auch hier hilfreiche Lösungen an", so der Beamte, der hofft, dass der Ulmer Versuch Nachahmer findet.

Laut Thomas Mügge wird die elektronische Fahrplanauskunft im Internet schon jetzt 100 000 Mal im Monat abgerufen, auch von Handys, die internetfähig sind. "Das System ist hochintelligent", unterstrich Mügge. "Alle 30 Sekunden werden die aktuellen Standorte der Busse und Bahn gemeldet und verarbeitet." Nach Worten von DING-Sprecher Markus Zimmermann ist mit dem neuen System keine kostenpflichtige Einwahl in das Internet mehr notwendig.

Jetzt gibt's den Fahrplan aufs Handy

Mittels "Bluetooth" nimmt das Handy direkt Kontakt zu einem Mini-PC, genannt "Mobimat", auf, der an der Decke der Mensen installiert ist. Nachdem ein kleines Programm herunter geladen und installiert wurde, hat man so Zugriff auf die aktuellsten Verkehrsdaten und Abfahrzeiten der Busse, nicht nur im Bereich der Hochschulen. Man kann sich im Prinzip jede Strecke, die man fahren möchte, errechnen und sogar auf einer Karte anzeigen lassen.

Auch Sehenswürdigkeiten, zu denen kein Bus oder keine Bahn fährt, lassen sich so finden, denn es werden auch die genauen Fußwege inklusive Meterangabe errechnet und angezeigt.

Während des Testjahres, dem ein Jahr Aufbau des Systems vorausgegangen ist, macht sich die Verkehrsgesellschaft Gedanken darüber, wo die nächsten Mobimate aufgestellt werden. "Sicherlich an wichtigen Haltestellen, die über keine elektronischen Anzeigetafeln verfügen", sagte Thomas Mügge. "Und sehr wahrscheinlich auch im Foyer des Ulmer Theaters."

Derzeit gibt es an den rund 3000 DING-Haltestellen 40 elektronische Anzeigetafeln. Übrigens: Die fleißigsten Tester unter den Studenten und Hochschulmitarbeitern, die ihre Erfahrungen auf einem Fragebogen im Internet abliefern, bekommen als Lohn einen Verzehrgutschein für ihre Cafeteria.

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