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Landkreis Neu-Ulm

17.03.2020

Jetzt kommt der Drive-in-Coronatest im Landkreis Neu-Ulm

Im Sendener Feuerwehrhaus wird voraussichtlich ein Corona-Schnelltestcenter eingerichtet.
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Im Sendener Feuerwehrhaus wird voraussichtlich ein Corona-Schnelltestcenter eingerichtet.
Bild: Bernhard Weizenegger

Im Sendener Feuerwehrhaus könnten demnächst Abstriche vorgenommen werden, Ulm ist da schon einen Schritt weiter. Der Landkreis baut nun eine Notfallklinik auf.

In Zeiten der Krise ändern sich die Einschätzungen von Tag zu Tag, manchmal sogar stündlich. Am Freitag hieß es noch, dass ein Corona-Schnelltestcenter für den Landkreis Neu-Ulm nicht infrage komme, anderswo werde so etwas dringender benötigt. Jetzt ist wieder alles anders: Die zuständige Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) hat am Montag im Landratsamt angefragt, ob hier ein solcher Drive-in-Teststützpunkt eingerichtet werden könne.

Wie Landrat Thorsten Freudenberger am Dienstag erklärte, hat der örtliche Krisenstab bereits gehandelt und sich einen geeigneten Platz ausgesucht: Im Sendener Feuerwehrhaus können wohl in absehbarer Zeit Menschen mit Krankheitssymptomen vorfahren, in die große Fahrzeughalle rollen, den Abstrich vornehmen lassen und wieder heimfahren. Doch noch fehlt die finale Zustimmung der KVB, welche die Testzentren organisiert.

Der Arzt sagt, wer zum Corona-Schnelltest darf

Allerdings kann sich nicht jeder prüfen lassen, der sich krank fühlt. Das machte Dr. Martin Küfer, der Leiter des Gesundheitsamtes, klar. Vorher müsse ein Arzt eingeschaltet werden, in der Regel per Telefon. Er lege dann fest, ob jemand für einen solchen Abstrich infrage kommt. Es genüge also nicht, wenn jemand lediglich aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sei.

Jetzt kommt der Drive-in-Coronatest im Landkreis Neu-Ulm

Die Wahl für das Testzentrum fiel auf Senden, weil die Stadt vergleichsweise zentral liegt und nach den Worten von Kreisbrandrat Bernhard Schmid die richtigen Voraussetzungen hat. Dort steht viel Parkfläche zur Verfügung, außerdem könnten Zugangskontrollen durchgeführt werden. Darüber hinaus werde noch nach weiteren geeigneten Orten gesucht. Freudenberger: „Wir könnten das auch ausweiten und mehr Testzentren einrichten.“

In Ulm kommt der Corona-Schnelltest in dieser Woche

Die Nachbarn sind in diesem Punkt bereits einen Schritt weiter. Solche Drive-in-Teststationen werden in Ulm auf dem Messegelände und Ehingen eingerichtet. Sie sollen im Lauf der Woche in Betrieb genommen und von Ärzten betreut werden. Das geht aus einer Mitteilung des Landratsamts Alb-Donau-Kreis hervor. Testabstriche auf das Coronavirus werden auch an diesen Stationen nur in begründeten Verdachtsfällen auf ärztliche Weisung vorgenommen. Bislang fuhr ein speziell ausgerüsteter Rettungswagen als Test-Mobil durch Kreis und Stadt. Man erweitere die Möglichkeiten, um den steigenden Fallzahlen Rechnung zu tragen, heißt es. Das bewährte Verfahren mit dem Test-Mobil wird parallel fortgeführt. Die Drive-in-Stationen sind öffentlich nicht zugänglich. Nur Personen, die dafür eine ärztliche Weisung bekommen haben, dürfen sie anfahren.

Zahl der Corona-Infizierten steigt deutlich an

Unterdessen erhöht sich die Zahl der Infizierten sehr deutlich. Waren es am Montag noch zehn, so berichtete das Gesundheitsamt am Dienstag bereits von 16. Ein Kranker liege in einer Klinik, doch niemand müsse derzeit auf der Intensivstation behandelt werden. Da der Krisenstab, der mittlerweile jeden Tag zusammentritt, eine noch deutlich größere Zunahme befürchtet, werden gerade die Versorgungskapazitäten ausgebaut, um die bisherige Zahl von 404 Krankenbetten deutlich aufzustocken. Deshalb wird in Weißenhorn im Claretinerkolleg ein Hilfskrankenhaus mit Feldbetten eingerichtet. Das biete sich wegen der Nähe zur Stiftungsklinik an. Wenn die Zahl der Patienten sprunghaft ansteigen sollte, sollen sozusagen die leichteren Fälle in die Hilfsklinik verlegt und nur die schwereren Fälle im „richtigen“ Krankenhaus behandelt werden. Die nehmen mittlerweile nur noch Notfälle auf, sämtliche planbare Operationen wurden bereits verschoben. Am heutigen Mittwoch beginnt der Landkreis bereits damit, Vorbereitungen für die Einrichtung der Notfallklinik zu treffen.

Schuleinschreibung wird wegen der Pandemie verschoben

Die Corona-Krise hat auch weiterhin Auswirkungen auf den Bildungsbetrieb, der ja bekanntlich seit Anfang der Woche still steht. Nach den Worten von Schulamtsleiter Ansgar Batzner wird die Schuleinschreibung nicht verschoben, dafür läuft sie nun ausschließlich schriftlich ab. Die Anmeldeunterlagen erhalten die Eltern von den Schulen – in der Regel per Post. Sie füllen die Papiere aus und schicken sie bis zum 31. März an die Schule zurück. In Ausnahmefällen könne die Anmeldung auch telefonisch über das Sekretariat der Schule erfolgen.

Die Notfallgruppen in denen Kinder von Eltern mit systemwichtigen Berufen betreut werden, stehen nun auch Buben und Mädchen offen, wenn die Eltern ehrenamtlich in einer Blaulichtorganisation arbeiten, also Feuerwehr Rettungsdienst oder THW.

Grundsätzlich bittet das Landratsamt die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren: „Es besteht kein Grund zur Panik.“

Info: Das Landratsamt bittet ehemalige Mediziner, Pflegepersonal in Rente oder einstige Zivildienstleistende in der medizinischen Versorgung, sich zu melden, wenn sie sich zur Bewältigung der Krise einbringen möchten. Die Telefonnummer: 07309/8701511. Da das Landratsamt keinen Publikumsverkehr mehr zulässt, gibt es von 8 bis 17 Uhr ein Bürgertelefon, das auch am Wochenende zu erreichen ist. Dort werden auch alle Fragen rund um die Coronakrise beantwortet. Die Nummer: 0731/7040-5050. Die Zulassungsstelle in Illertissen ist von Mittwoch an geschlossen. Unter 0731/70404448 können Termine vereinbart werden.


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