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Klassik

13.02.2017

Jubiläumskonzert voller großer Momente

Hochbegabt: Flötistin Lisa Konnerth beim Konzert.
Bild: Dagmar Hub

Das Collegium Musicum Ulm feiert mit bekannten Werken und einer Uraufführung

Auch wenn die Temperaturen in der Martin-Luther-Kirche frösteln ließen: Das abendfüllende Festkonzert zum 50. Geburtstag des Collegium Musicum Ulm lockte viele Musikbegeisterte in die Kirche mit der besonderen Akustik. Höhepunkt des Jubiläumskonzerts war die Uraufführung der „Overture English Gardens“, die Collegium-Musicum-Leiter Thomas Mandl dem Orchester zum Geburtstag schenkte. Der heute in Rosenheim wirkende Dirigent und Komponist hatte während seiner Zeit als stellvertretender Chordirektor am Theater Ulm zu komponieren begonnen. Mit dem Konzert bewies das 1967 gegründete Orchester aus professionellen Musikern und engagierten Laien die Vielfalt seines Repertoires und seine Fähigkeiten der einfühlsamen Interpretation von Werken verschiedenster Stilrichtung.

Mandl schuf die Ouvertüre als eigenständiges Werk, als eine Art Konzentrat aus den Motiven der drei Sätze seiner gleichnamigen Suite. So entstand – arrangiert um das harmonische „River Itchen Tempo“ im Adagio – ein temperamentvolles, gerade in seinem Anfang furioses Werk voller Anspielungen, das die Fantasie des Hörers mit Bildern beschäftigt. Lebendig geht es zu in den „English Gardens“, die wohl auch vom Brummen und Flirren von Insekten bevölkert sind. In den spannendsten Momenten des Werkes mag man sich an die Suche nach dem legendären Mörder erinnert fühlen, der doch auch ein Gärtner sein kann.

Der 1854 geborene tschechische Komponist Leos Janácek steht eigentlich für eine in die Moderne weisende unromantisch-dramatische Tonsprache. Sein zu Beginn des Konzerts aufgeführtes siebensätziges „Idyll“ für Streichorchester entstand während einer Deutschlandreise noch vor Janáceks Studium am Leipziger Konservatorium und überrascht, weil es seinem romantischen Namen tatsächlich schwelgend entspricht.

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Neben Mandls „Overture English Gardens“ ein zweiter Höhepunkt des Konzertabends: In Wolfgang Amadeus Mozarts C-Dur-Konzert für Flöte und Harfe brillierten neben dem Collegium Musicum Ulm zwei hochbegabte junge Musikerinnen aus der Region. Flötistin Lisa Konnerth ist 1995 geboren, Harfenistin Miriam Ruf 1997. Beide studieren Musik – die Neu-Ulmerin Konnerth in Heidelberg, die aus Günzburg stammende Ruf am Konservatorium in Amsterdam. Das perfekt aufeinander abgestimmte Zusammenspiel beider Solistinnen, die sich nach ihrem Auftritt in den Armen lagen, begeisterte das Publikum.

Etwas aus dem sich steigernden Programmablauf des Konzerts fiel die abschließende D-Dur-Orchestersuite Johann Sebastian Bachs, dessen popular gewordenen zweiten Satz „Air“ Bach um 1730 wohl für das Collegium Musicum Leipzigs komponierte. Schwebend interpretiert und mit dem erfahrenen Andreas Weil am Cembalo entfaltete die Orchestersuite durchaus barocke Pracht, die aber nach der Uraufführung der eindrucksvollen „English Gardens“-Ouvertüre etwas an den Rand gedrängt erschien.

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