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24.03.2011

Jugendamt will weg vom „Kinderklau“-Image

Behörde beteiligt sich an bundesweiter Aktion

Landkreis Obwohl es eigentlich gar nicht nötig wäre, wird sich das Jugendamt des Landkreises Neu-Ulm an einer bundesweiten Imagekampagne mit dem Titel „Das Jugendamt – Unterstützung, die ankommt“ beteiligen. Im Jugendhilfeausschuss des Kreistags informierte gestern Behördenleiter Tilman Lassernig über Ziel und Zweck der Aktion. Er stimmte mit Landrat Erich Josef Geßner überein, wonach Jugendämter in der Vergangenheit im Zusammenhang mit schweren Verbrechen an Kindern „landauf, landab“ negativ Schlagzeilen produziert hätten.

In Neu-Ulm sei die Lage zwar „entspannter“, trotzdem solle etwas gegen das auch hierzulande gängige Vorurteil einer „Kinderklau“-Behörde unternommen werden. Lassernig wies darauf hin, dass es durchaus vorkommt, dass er oder seine Mitarbeiter Kinder aus ihren Familien heraus in die Obhut des Amtes nehmen müssen – im vergangenen Jahr gab es 31 derartiger Fälle; allerdings seien diesen Inobhutnahmen eine Vielzahl von Maßnahmen vorausgegangen, an denen das Jugendamt auf die eine oder andere Weise beteiligt war.

Tilmann Lassernig berichtete, dass allein im vergangenen Jahr das Jugendamt über 2200 „Beistandschaften“ von kleinen Kindern übernahm, in über 100 Fällen seien Mitarbeiter wegen des Verdachts einer Kindswohlgefährdung tätig geworden, 1067 Fälle seien bei der Jugendgerichtshilfe anhängig gewesen – „vom Stehlen eines Lippenstifts bis zum jugendlichen Intensivtäter“. Insgesamt, so Lassernig, habe sein Amt im Jahr 2010 über 18200 Klienten betreut.

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Oft werde auch übersehen, dass bei anderen Angeboten – zum Beispiel bei der von freien Trägern durchgeführten Familienhilfe oder das „betreute Jugendwohnen“ – das Jugendamt „drinsteckt“, indem es die Maßnahmen bezahlt.

Mit Plakaten Eltern, Kinder und Mandatsträger ansprechen

Die Imagekampagne soll helfen, die vielfältigen Aufgaben einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen. Mit Plakaten, beispielsweise in Rathäusern, soll Eltern, Kindern, aber auch Mandatsträger, einen „differenzierter Blick“ auf die Behörde ermöglicht werden. (kr)

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