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Nersingen

06.10.2019

Junge Mütter wollen Waldkindergarten gründen

Jara Minnich und Nina Pflanzer (rechts) fühlen sich mit ihren Kindern in der Natur wohl. Sie wollen einen Waldkindergarten gründen. Die Nachfrage weiterer Eltern ist groß, wie sie sagen.
Bild: Andreas Brücken

Die Plätze in Kitas sind rar: In der Gemeinde Nersingen haben zwei junge Mütter jetzt die Initiative ergriffen – sie wollen einen Waldkindergarten gründen.

Plätze in der Kinderbetreuung sind in der Gemeinde Nersingen knapp und dementsprechend begehrt. Das wissen auch Nina Pflanzer und Jara Minnich aus eigener Erfahrung: Die beiden jungen Mütter warten bereits auf eine Zusage für den Krippenplatz und mussten sich bislang nur mit einem Platz auf der Warteliste begnügen. Doch damit wollen sich die beiden nicht begnügen und haben die Initiative für einen Waldkindergarten ergriffen.

Dabei soll die Idee keine Notlösung, sondern vielmehr die Verwirklichung eines Traumes sein: „Was könnte schöner sein, als an der frischen Luft unter freiem Himmel die Natur zu erfahren?“, fragt Minnich. Ihre Mitstreiterin Pflanzer stimmt ihr zu: „Kinder brauchen keine Reize durch Spielsachen, um in ein selbstständiges Spiel zu kommen“, erklärt sie. Äste, Matsch und Wasser würden ausreichen, um ihre Umgebung spielerisch zu entdecken, sagt Pflanzer weiter.

Etwa 15 bis 20 Kinder ab zwei Jahren sollen im geplanten Waldkindergarten betreut werden. Dabei haben die beiden schon Eindrücke in einer ähnlichen Einrichtung in Weißenhorn gesammelt. Auch hier spielen, essen und lernen die Kinder während allen vier Jahreszeiten und bei jedem Wetter draußen. Ähnlich wie in der Fuggerstadt wollen Minnich und Pflanzer auch einen Bauwagen als mobiles Depot für die wichtigsten Utensilien beschaffen: Bücher und Schreibmaterialien für die Vorschulkinder sollen dort untergebracht werden.

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Waldkindergarten in Nersingen: Wunschstandort ist beim Sportplatz in Straß

Überzeugungsarbeit für die Eltern sei derweil nicht nötig gewesen, sagt Minnich und erklärt, dass die zahlreichen Interessenten bereits gut über das Thema Waldkindergarten informiert seien. „Die Frage ist nicht wie, sondern wann das Projekt umgesetzt wird.“ Statt Werbung zu machen, müssen Pflanzer und Minnich die Bewerber bereits ausbremsen. Auch qualifizierte Betreuer hätten sich bereits für das Projekt beworben. Als Wunschstandort für den Freiluftkindergarten haben die beiden Mütter zusammen mit der Gemeindeverwaltung schon ein Gelände beim Straßer Sportplatz im Kopf. Als Notunterkunft, wenn etwa Sturm oder Gewitter droht, könnten die Kinder und Erzieher im nahe gelegenen evangelischen Gemeindehaus unterkommen. Pfarrer Tobias Praetorius hat sich vom Freiluftprojekt durchaus aufgeschlossen gezeigt, wie er auf Nachfrage unserer Redaktion sagte. Doch müssten auch die Verantwortlichen im Pfarrgemeinderat grünes Licht für das Vorhaben geben, erklärt Praetorius weiter. Um Ärger mit den Verantwortlichen vor Ort gleich zu Beginn auszuschließen, stehen Pflanzer und Minnich bereits jetzt schon mit Jäger und Förster in Kontakt.

Wer die Initiative kennenlernen will, hat ab Montag, 7. Oktober, die Gelegenheit dazu: Dann findet auf dem Waldstück hinter dem Straßer Friedhof der erste Eltern- Kinder-Treff von 9.30 bis 11.30 Uhr statt, ebenso am Freitag, 11. Oktober, von 15 bis 17 Uhr. Weitere Informationen gibt es telefonisch bei Jara Minnich, 0151/14 84 18 41.

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