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26.03.2009

Junge Räuber machen der Polizei Sorgen

Zahl der Straftaten insgesamt ist laut Kriminalstatistik zwar rückläufig, aber junge Räuber machen der Polizei Sorgen.

Ulm Bei den sogenannten Rohheitsdelikten - darunter fallen vor allem Körperverletzungen - scheint es eine Trendwende zu geben. Deren Anzahl war in den vergangenen Jahren fast kontinuierlich gestiegen. Voriges Jahr gab es hingegen einen Rückgang um sieben Prozent auf 1684 Fälle. Für den Leiter der Polizeidirektion Ulm, Kriminaldirektor Karl-Heinz Keller, ist diese positive Entwicklung ein Zeichen dafür, dass das Konzept der Polizei zur Bekämpfung von Gewalt und Alkoholmissbrauch greift. Gerade nachts und in der Innenstadt zeige die Polizei starke Präsenz. Außerdem trage die Zusammenarbeit mit anderen Behörden wie dem Jugendamt Früchte.

Deutlich steigende Zahlen registriert die Polizei dagegen beim Raub. Der Anstieg um 17 auf 103 Fälle (plus 20 Prozent) ist fast ausschließlich auf Überfälle auf Straßen und Plätzen zurückzuführen. "Da werden Handys abgezockt oder Geldbörsen gewaltsam weggenommen", schildert Keller. Opfer wie Täter sind meist junge Leute. Zwei Drittel der Tatverdächtigen bei Raubdelikten sind unter 21 Jahre alt. Die Zahl der Jungtäter stieg in diesem Bereich - im Gegensatz zum sonst rückläufigen Trend - von 28 auf 45.

"Deshalb sind weitere Anstrengungen erforderlich, um insbesondere die Gewalt durch junge Menschen einzudämmen", so der Leiter Kriminalpolizei Volker Mössinger. Dazu gehöre auch, diejenigen, die wegen eines erhöhten Aggressionspotenzials auffielen, den Fahrerlaubnisbehörden zu melden. 360 Meldungen dieser Art übermittelte die Polizei im vergangenen Jahr. Mit entsprechenden Maßnahmen wollen die Behörden verhindern, dass sich die Aggressionen in den Straßenverkehr verlagern und dort weitere Gefahren verursachen. Gerade für junge Leute sei ein solcher "Schuss vor den Bug" eine deutliche Warnung, sagt Karl-Heinz Keller.

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Allein die 22 jugendlichen Intensivtäter, die bei der Polizei 2008 erfasst waren, haben 58 Straftaten begangen. 52 weitere Straftaten begingen neun Jugendliche, die an der Schwelle zum jugendlichen Intensivtäter stehen (sogenannte Schwellentäter).

Insgesamt registrierte die Polizei voriges Jahr in Ulm und im Alb-Donau-Kreis 14 842 Straftaten, 2,5 Prozent weniger als im Jahr davor. Diebstahl, Vermögens- und Fälschungsdelikte waren rückläufig. Die Zahl der Rauschgiftdelikte nahm zu. Das lag vor allem daran, dass die Polizei Anfang des Jahres die aufkommende Drogenszene in der Ulmer Innenstadt verstärkt ins Visier nahm. Zwölf großteils russischstämmige Heroin-Dealer wurden festgenommen. Der Brennpunkt konnte so etwas entschärft werden.

Die weiter zunehmende Gewalt gegen das eigene Personal ist für Karl-Heinz Keller ein ernstes Problem. Mit 74 Fällen haben die Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte einen bisherigen Höchststand erreicht. "Die Respektlosigkeit gegenüber einschreitenden Polizeibeamten wird immer mehr zu einem Problem. Neben dem körperlichen Widerstand, der gegen Polizeibeamte geleistet wird, sind auch Beleidigungen von Beamten fast schon alltäglich", so Keller.

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