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Galerie-Rundgang

29.05.2015

Kalte See und warme Farben

Seltsame Bauten zeigt Michael Grudziecki im Science Park.
3 Bilder
Seltsame Bauten zeigt Michael Grudziecki im Science Park.

Bizarre Bauwerke im Science Park, Bilder nach Elke Lasker-Schüler im BBK-Künstlerhaus

Zweimal Malerei in höchst unterschiedlicher Ausprägung gibt es derzeit in Ulmer Galerien zu sehen. Bei Scanplus im Science Park zeigt der junge Maler Michael Grudziecki Architektur als Sinnbild der abgeschotteten Moderne. Im Künstlerhaus Ulm explodieren Farben zu Else Lasker-Schüler-Poemen.

Eigentlich hatte der in München lebende Maler Michael Grudziecki seine großformatige Gemäldeserie „Sea Forts“ schon abgeschlossen. Dann kam das Angebot, diese seit Jahren fortgesetzte Bilderserie in der Galerie im Science Park zu zeigen. Das löste bei dem 1977 im polnischen Breslau geborenen Maler noch einmal eine ganz neue Serie von Motiven aus. „Sea Forts“ zeigt real existierend, meist aber durch den Künstler ins Surreale überführte bizarre Bauwerke auf offener See. Grudziecki arbeitet gerade so weit an der Realität, dass des Betrachters Fantasie heißzulaufen beginnt: Kann es dieses Bauwerk wirklich geben, ist das echt? Natürlich spielt der Künstler dem allzu auf Realität schielenden Betrachter einen – vorzüglich gemalten – Streich: Frei schwebende Containerburgen über aufgepeitschtem Meer oder an viktorianische Seebäder erinnernde Architekturen im Meer – das gibt es so nicht. Grudziecki erzählt zwar wie in früheren Arbeiten von der Unwirtlichkeit menschlicher Bauten, doch die filigranen, oft auf Stelzen im Meer stehenden Bauten sind ein Sinnbild für die menschliche Unbehaglichkeit an sich. Da wird eine Flucht-Sehnsucht formuliert, die sich in skurrilen Verteidigungsbauten manifestiert und auch die sich abschottende „Festung Europa“ thematisiert. Die Seefestungen als Ausdruck bröckelnder Machtgefüge: Ein leises Unbehagen befällt den Betrachter ob dieser unterschwelligen Botschaften. Die Umsetzung der Motive dürfte uneingeschränkt begeistern. (bis 3. Juli; Montag bis Freitag, jeweils 9-17 Uhr)

Die in Attenweiler bei Biberach lebende Malerin Marlis Glaser hat sich der bildhaften Umsetzung der Gedichte von Else Lasker-Schüler verschrieben. Die Sprache dieser 1869 im heutigen Wuppertal geborenen und 1945 im Exil in Jerusalem verstorbenen Dichterin setzt die Malerin in farbstarke Bilder um. Unter dem Titel „Wie pochendes Erblühen“ ist diese Serie nun im Künstlerhaus im Ochsenhäuser Hof zu sehen. Kraftvoll leuchten die Gemälde, locken mit floralen Formen, die sich über gestisch brodelnden Farbwolken ausbreiten. Im vielgestaltigen Nebeneinander auf der Bildfläche erzählt Glaser mit warmen Farben von Sehnsüchten, von Verlangen und Gefühlen. Dabei zeigen die Bilder oftmals eine Unbekümmertheit, die Unangenehmes ausblendet; allein dem symbolhaften abstrahierten Miteinander von Mensch und Natur folgen diese Bilder, erschöpfen sich in Stimmungen, die ans träge Summen eines sonnigen Toskananachmittags erinnern. (bis 21. Juni; Donnerstag/Freitag 14-18, Samstag/Sonntag 11-16 Uhr)(flx)

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