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Oberelchingen

24.01.2019

Kampf gegen Blutkrebs: Viele wollen Lukas helfen

Im Landkreis gibt es demnächst zwei Typisierungsaktionen. Im Labor wird später anhand von Gewebemerkmalen in den Blutproben geprüft, ob jemand tatsächlich der geeignete Stammzellenspender für einen Leukämiekranken ist.
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Im Landkreis gibt es demnächst zwei Typisierungsaktionen. Im Labor wird später anhand von Gewebemerkmalen in den Blutproben geprüft, ob jemand tatsächlich der geeignete Stammzellenspender für einen Leukämiekranken ist.
Bild: Oliver Killig/dpa

Der 17-Jährige aus Unterfahlheim braucht einen Stammzellenspender. Am Wochenende gibt es eine Typisierung in Oberelchingen – und bald weitere Aktionen.

Wie viele potenzielle Lebensretter am kommenden Sonntag nach Oberelchingen kommen – das kann Christoph Fink-Kneer nicht einschätzen. „Das ist ganz schwer zu sagen. Aber es haben viele gesagt, dass sie kommen werden“, sagt der Jugendleiter des Fischereivereins Elchingen. Am Ende könnte einer der Bürger der Stammzellenspender für den 17-jährigen Lukas Hein aus Unterfahlheim sein, der an akuter myeloischer Leukämie leidet. Doch nicht nur der Fischereiverein hat eine Aktion organisiert – es gibt viele Menschen, die Lukas und seiner Familie helfen wollen.

Wie berichtet, hat sich die Jugendabteilung des Fischereivereins an die Stefan-Morsch-Stiftung gewandt und eine Typisierungsaktion für den 17-Jährigen auf die Beine gestellt. Der Jugendliche ist seit sieben Jahren Mitglied der Jugendgruppe, bekam im vergangenen November die Diagnose Leukämie. Im Kampf gegen den Blutkrebs braucht er dringend einen Stammzellenspender. Bürger können sich bei der Aktion am Sonntag, 27. Januar, von 13 bis 17 Uhr im Konstantin-Vidal-Haus dafür registrieren lassen. Bis dahin seien jetzt nur noch ein paar Kleinigkeiten zu tun, beispielsweise die Räumlichkeiten vorzubereiten, sagt Fink-Kneer. Bei der Typisierungsaktion gibt es auch Kaffee und Kuchen, darum kümmert sich ebenfalls die Jugendabteilung. „Es läuft soweit alles“, berichtet er.

Auch die ehemaligen Mitschüler von Lukas wollen helfen

Ebenfalls helfen wollen die Schüler der Anton-Miller-Schule in Straß, die Lukas Hein vor Beginn seiner Ausbildung besucht hat. Sie wollen die Stefan-Morsch-Stiftung unterstützen – und werden am Montag, 11. Februar, im Rahmen eines sozialen Tages sozusagen für Lukas Hein arbeiten: Sie suchen sich eine Arbeitsstelle in der Gemeinde Nersingen und spenden ihren „Lohn“ an die Stefan-Morsch-Stiftung. Sowohl Grund- als auch Mittelschüler beteiligen sich an dieser Aktion. Unterstützt wird die Schule dabei von Bürgermeister Erich Winkler und der Gemeinde Nersingen. Diese bieten – ebenso wie die Schule selbst – auch ein paar Arbeiten für die Schüler an. Die „Jobsuche“ soll bald losgehen.

Die Idee für eine Aktion kam von einer Schülerin, wie Rektorin Irmgard Neureuther auf Nachfrage unserer Redaktion erzählt. „Sie kam zu uns und hat uns von Lukas’ Krankheit erzählt. Wir haben dann gemeinsam überlegt, was wir für ihn tun könnten und die Schülersprecher kamen dann auf die Idee für den sozialen Tag.“ Die Welle der Hilfsbereitschaft sei sehr groß gewesen: Lukas hatte die Schule erst vor einem Jahr beendet, viele Schüler kennen ihn. Auch Neureuther schätzt den Jugendlichen sehr: „Er ist so ein wunderbarer junger Mensch. Er hat immer ein nettes Wort, ist humorvoll.“ Auch sie hofft, dass sich am Wochenende viele Bürger als Stammzellenspender registrieren lassen – und der passende dabei ist.

Registrierung als Stammzellenspender: Blutprobe hat Vorteile gegenüber Speichelprobe

Genau drei Wochen nach der Aktion in Oberelchingen – am 17. Februar – findet in Senden zudem eine weitere Typisierung für Lukas statt. Organisiert wird diese vom Sendener Verein „Heart for Life“, der es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, chronisch- und krebserkrankte Menschen zu unterstützen. „Wir wollen die Menschen einfach aktivieren, dass sie sich für andere einsetzen“, erzählt Vorsitzende Carola Lo Cicero und fügt hinzu: „Blutkrebs kann jeden treffen.“

Für die Aktion arbeitet der Verein mit der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) zusammen. Diese hat bei der Aktion ein Team vor Ort. „Wir fahren bei der Typisierung zweigleisig“, sagt Lo Cicero: Bürger können sich mit einer Blut- oder Speichelprobe registrieren lassen. „Es heißt ja immer: ‚Stäbchen rein – Spender sein‘. Und es ist oft einfacher, diesen Weg zu gehen. Aber die Blutabnahme wäre eigentlich wichtiger“, sagt sie. Denn: Im Speichel seien zwar viele Gewebemerkmale enthalten, um aber sicher zu sein, ob jemand tatsächlich als Spender infrage kommt, müsse später sowieso Blut abgenommen werden. Und das verursache für die Stiftung noch einmal zusätzliche Kosten.

In den kommenden Tagen will der Verein „Heart for Life“ auf seiner Facebook-Seite auf die Typisierung aufmerksam machen, dann sind zudem die Flyer und Plakate von der AKB da. Viele Helfer für die Aktion haben sich schon gefunden, darunter der Sendener Ortsverein des Bayerischen Roten Kreuzes sowie ein Arzt und Arthelferinnen. Der Pflegedienst Luna aus Vöhringen ist mit seinem ganzen Team ebenfalls dabei. „Auch die Kuchenspenden laufen“, berichtet Lo Cicero. Die Volksbank Ulm-Biberach finanziert als Sponsor die ersten 30 Typisierungen.

Typisierungen finden am 27. Januar und am 17. Februar statt

Die Typisierung findet im Foyer des Bürgerhauses statt. Die Stadt Senden stellt den Raum kostenlos zur Verfügung, übernimmt auch die Schirmherrschaft der Veranstaltung. Lo Cicero findet das wichtig. „Es ist auch ein Zeichen dafür, dass nicht jeder sein eigenes Brot backt.“ Zudem soll es eine „Vorbildfunktion für andere Städte“ haben. „Diese Aktion ist ganz, ganz wichtig – konkret, um Lukas zu helfen, und je mehr sich typisieren lassen, desto bessere Chancen gibt es allgemein für Menschen, die eine Stammzellenspende brauchen“, betont Sendens Bürgermeister Raphael Bögge.

Termine: In Oberelchingen findet die Typisierungsaktion am kommenden Sonntag, 27. Januar, von 13 bis 17 Uhr im Konstantin-Vidal-Haus statt. In Senden kann man sich ebenfalls registrieren lassen – und zwar am Sonntag, 17. Februar, von 10 bis etwa 15 Uhr im Foyer des Bürgerhauses. Wer die Aktion in Senden als Sponsor unterstützen will, kann sich beim Verein „Heart for Life“ melden, entweder per E-Mail an info@heartforlife.de oder telefonisch unter 0174/1708481.

Wer kann sich bei den Typisierungsaktionen registrieren lassen?

Die Voraussetzungen für mögliche Stammzellenspender sind unterschiedlich. Bei der Stefan-Morsch-Stiftung kann sich jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren registrieren lassen. Das Höchstalter für eine Neuaufnahme liegt bei 40 Jahren. Das ist laut Website der Stiftung deshalb so festgelegt worden, da ältere Spender nur noch sehr selten von den Transplantationszentren angefordert werden. Mit dem Einverständnis der Eltern ist eine Typisierung außerdem schon ab 16 Jahren möglich.

Bei der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB), die in Senden bei der Aktion vor Ort ist, kann man sich bis 45 Jahre als Spender registrieren lassen. Die Registrierung ist hier ab 17 Jahren möglich, die Aktivierung im internationalen Register erfolgt automatisch ab Volljährigkeit.

Bei der Typisierung gibt ein Spender seine Speichelprobe ab, in Senden ist auch eine Blutprobe möglich. Pro Registrierung müssen sowohl die Stefan-Morsch-Stiftung als auch die AKB jeweils 40 Euro aufbringen. Kosten, die die beiden Stiftungen aus Spenden finanzieren, sodass sich Neuspender kostenlos registrieren lassen können.

Gewisse Erkrankungen zum Beispiel Herz-, Nieren- und Suchterkrankungen oder insulinpflichtiger Diabetes mellitus schließen eine Spende aus. Dadurch soll sichergestellt werden, dass für Spender und Patient durch eine Spende kein erhöhtes Risiko besteht.

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