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Roggenburg

26.05.2015

Kampf gegen das Hochwasser beginnt

Schief: Der Schmiedebach verläuft teilweise neben seinem Bett.
Bild: mde

Roggenburg leitet mit Bachsanierung ersten Schritt ein. Weißenhorn setzt auf Studie

Während Roggenburg bereits handelt, wird in Weißenhorn noch sondiert: Wie berichtet, wird dort nun ebenfalls eine Untersuchung erstellt. Sie soll deutlich machen, wie gefährdete Orte wie etwa Wallenhausen geschützt werden könnten. Darum kümmert sich die selbe Firma, die sich dem Problem auch in Roggenburg angenommen hat.

In Minutenschnelle wurde der kleine Schmiedebach südlich von Ingstetten beim Hochwasser des Jahres 2013 zum reißenden Strom. Das Wasser spülte große Teile der Böschung aus und riss die Betonschalen aus dem Bachlauf heraus. Jetzt fließt der Bach im teilweise ausgespülten Bachbett neben den noch verbliebenen, beschädigten Sohlschalen oder unter diesen hindurch. Deshalb beschäftigte sich der Roggenburger Gemeinderat vor Kurzem mit der Sanierung des 850 Meter langen Schmiedebachs, die von Andreas Klein vom Ingenieurbüro Grontmij vorgestellt wurde. Die Planung sei noch nicht mit dem Wasserwirtschaftsamt abgestimmt und enthalte deshalb keine Angaben zu möglichen Zuschüssen. Insgesamt soll das Vorhaben am Bach 157000 Euro kosten, hieß es.

Einer der Hauptkostenpunkte ist das Einbringen von 500 Tonnen Wasserbausteinen für die Befestigung der Böschung. Eine Wiederherstellung der zerstörten und vom Hochwasser weggeschwemmten Betonteile würde den Vorgaben des Gewässerentwicklungskonzepts widersprechen, hieß es. Das Wasserwirtschaftsamt habe deshalb darauf hingewiesen, dass der Schmiedebach in der bestehenden Form nicht wieder herstellbar sei. Die Befestigung mit Schalen sei aus ökologischen Gründen nicht mehr üblich. Nach dem derzeitigen Stand der Technik erfolgt der Ausbau des Bachbetts deshalb mit rauen Steinen, in denen auch Lebensräume für die Kleinstlebewesen entstehen. Die Gefälle im Bachlauf werden mithilfe von rauen Rampen hergestellt – das sind kleine Treppen oder Aufstauungen, welche die Strömung des Baches verlangsamen sollen. Mit niedrigerer Geschwindigkeit soll weniger Wasser durchfließen – was mehr im Sinne einer modernen Vorstellung von Ökologie sei, war im Rat zu erfahren.

Die Sanierung des Bachs soll bei Überschwemmungen eine gewisse Entspannung bringen – das Hochwasserproblem löst sie allerdings nicht. „Der Hochwasserschutz ist ein anderes Kapitel“, sagte Bürgermeister Mathias Stölzle auf entsprechende Fragen. Für dieses Problem seien oberhalb des sanierten Bachlaufs im Wald einige Rückhaltemaßnahmen geplant. Solche Bauten unmittelbar am Bach zu schaffen, sei schwierig, weil die Flächen in Privatbesitz seien. Der Rat genehmigte die Bachsanierung, sie soll mit dem Wasserwirtschaftsamt abgestimmt werden.

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