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Weißenhorn

15.11.2018

Keime im Wasser: Was Bürger wissen müssen

Um eventuelle Krankheitserreger im Wasser abzutöten, müssen Bewohner aus Weißenhorn, Attenhofen, Hegelhofen, Grafertshofen, Emershofen und Bubenhausen derzeit ihr Wasser abkochen.
Bild: Symbolfoto Marcus Merk

Bei einer Routineprobe an einem Brunnen wurden coliforme Bakterien nachgewiesen. Für die Bürger gilt es nun, einiges zu beachten.

Mitarbeiter des Wasserwerks Weißenhorn haben eine beunruhigende Entdeckung gemacht: Bei einer Routineprobe am Brunnen in Grafertshofen wurden nach Angaben der Stadt coliforme Bakterien nachgewiesen. Die Probe sei am Montag genommen werden, das Untersuchungsergebnis kam am Donnerstag. Es zeigte 24 coliforme Keime pro 100 Milliliter Wasser. Der Grenzwert liegt der Mittelung zufolge bei null Keimen pro 100 Milliliter. Da eine Verunreinigung des Trinkwassers im Ortsnetz nicht ausgeschlossen werden kann, hat der öffentliche Gesundheitsdienst am Landratsamt Neu-Ulm vorsorglich ein Abkochgebot ausgesprochen. In einem Frage-Antwort-Stücke geben wir einen Überblick, was die Bürger nun wissen müssen.

Wer ist von dem Abkochgebot betroffen?

Betroffen sind der städtischen Mitteilung zufolge alle Haushalte des Versorgungsnetzes des Wasserwerks Weißenhorn. Nicht betroffen sind die Ortsteile Biberachzell, Ober- und Unterreichenbach sowie Asch, die mit Trinkwasser aus einem eigenen Brunnen versorgt werden. Wallenhausen und Oberhausen werden mit Trinkwasser der Rauher-Berg-Gruppe aus Pfaffenhofen versorgt und sind somit auch nicht betroffen.

Was ist die Ursache für die Verunreinigung?

Das ist bislang noch unklar. Eine weitergehende Ursachenforschung ist im Gange. Weitere Proben seien bereits am Brunnen, im Ortsnetz und am Hochbehälter genommen worden, teil das Wasserwerk mit. Die Ergebnisse werden in den nächsten Tagen erwartet.

Was ist nun zu tun?

Für das betroffene Leitungsnetz gilt ein Abkochgebot, um eventuelle Krankheitserreger abzutöten. Für die Bürger heißt das: Lassen Sie das Wasser einmalig sprudelnd aufkochen und dann langsam über mindestens 10 Minuten abkühlen. Aus praktischen Gründen wird empfohlen, einen Wasserkochers zu verwenden.

Was muss abgekocht werden?

Notwendig ist das Abkochen, wenn Betroffene das Wasser trinken wollen, es für die Zubereitung von Nahrung verwenden sowie zum Kaffee-/Tee-Kochen, Waschen von Obst, Gemüse oder Salat, zum Geschirrspülen von Hand, beim Wassersprudler, bei der Eiswürfelzubereitung, beim Lösen von Medikamenten, Zähneputzen und Mundduschen. Trinkwasserspender an der Wasserleitung sind abzuschalten. Bürger, die nicht abkochen wollen, können alternativ abgepacktes Wasser verwenden. Offene Wunden sind gegebenenfalls mit sterilen Wundspüllosungen zu behandeln.

Wann ist es nicht notwendig?

Nicht nötig ist das Abkochen beim Händewaschen, Duschen, Baden, bei der Toilettenspülung, beim Wäschewaschen in der Waschmaschine und beim Geschirrspülen mit der Spülmaschine. Das Wasserwerk informiert die Bürger, sobald das Trinkwasser wieder einwandfrei ist.

Ist die Stiftungsklinik Weißenhorn auch betroffen?

Ja. Die Klinik hat nach eigenen Angaben Rücksprache mit ihrem Krankenhaushygieniker gehalten und folgende Maßnahmen beschlossen: Duschen sind bis auf weiteres gesperrt, Zähneputzen ist nur mit Wasser aus Flaschen möglich und nicht mit Leitungswasser, die Zubereitung von Nahrung, Kaffee und Tee sowie das Waschen von Lebensmitteln darf nur mit abgekochtem Wasser erfolgen. Z um Lösen von Medikamente ist Wasser aus Flaschen zu verwenden, nach dem Händewaschen ist eine hygienische Händedesinfektion erforderlich.

Sind coliforme Keime gefährlich?

Der Nachweis von coliformen Bakterien ist ein Hinweis auf fäkale und/oder nicht-fäkale Verunreinigungen. Er stellt nach Angaben des gesundheitsamts keinen eindeutigen Beweis für eine fäkale Verunreinigung dar, ist aber immer ein Hinweis auf einen nicht ordnungsgemäßen Zustand im Versorgungssystem. Ein alleiniger Nachweis von coliformen Bakterien ist für den Großteil der Bevölkerung in der Regel ungefährlich. Bei abwehrgeschwächten Personen ist eine gesundheitliche Gefahrdung aber nicht auszuschließen.

Weitere Informationen finden Bürger auf der Internetseite der Stadt Weißenhorn und beim Gesundheitsamt Neu-Ulm. (az)

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