Immobilien II

19.04.2018

Kein Bock auf Beton

Dem Bauvorhaben an der Klostersteige in Oberelchingen haben die Gemeinderäte eine Absage erteilt.
Bild: Andreas Brücken

An Neubauten am Dorfplatz von Oberelchingen haben die Mitglieder des Bauausschusses besondere Anforderungen

Die Planung für die Ortskernsanierung um die Klostersteige werfen ihre Schatten voraus und machen einem Bauherrn einen Strich durch die Rechnung. Am Dorfplatz von Oberelchingen wollte dieser ein bestehendes Gebäude abreißen lassen um dort ein Wohn- und Geschäftshaus mit Garagen zu bauen. Doch wollten sich die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses von den vorgelegten Entwürfen nicht begeistern lassen. Sie wiesen einstimmig den Antrag an den Bauarbeitskreis zurück. Die Klostersteige, auf dessen Spitze das historische Martinstor thront, sei schließlich ein besonderes Fleckchen. Andreas Mayr (Freie Wähler Elchingen) kritisierte das äußere Erscheinungsbild der modernen Betonfassade, die sich mit den Plänen zur Neugestaltung des Dorfplatzes nicht vereinbaren lassen würden: „Neubau ja – aber nur im Kontext mit der Ortskernsanierung“, erklärte der Rat. Auch Karin Batke (Unabhängige Freie Wählergemeinschaft Elchingen) sprach sich für eine Fassade aus, die sich an die Umgebung besser anpassen würde. Als problematisch bezeichnete Batke den Vorschlag des Bauherren, die geforderten Stellplätze zum Teil auf den etwa 700 Meter entfernten Stiergartenweg zu verlegen.

Bernd Hiller von der Dorfgemeinschaft Oberelchingen kommentierte die Planung mit der Bemerkung: „Das soll wohl ein schlechter Aprilscherz sein!“ Dann müsste das Haus eben kleiner werden, um die vorgeschriebenen Parkplätze zu ermöglichen, erklärte Hiller weiter.

Bürgermeister Joachim Eisenkolb erklärte, dass laut der Bayerischen Bauordnung die Stellplatzpflicht durch ein naheliegendes Grundstück erfüllt werden könne. Maßgebend sei dabei im Einzelfall die Zumutbarkeit der Entfernung: „In kleineren und mittleren Gemeinden sind das etwa 150 Meter.“

Manfred Bittner von der Elchinger Umweltliste äußerte seine Bedenken über das Dach, das mit großen Flächenfenstern geplant ist. Ein Anblick, der im ländlichen Raum gewöhnungsbedürftig sei: „Früher dienten die Dachgeschoße dazu, Vorräte zu lagern, während heute dort gewohnt würde.“ Doch bei einem großflächigem „Fensterteppich“ könne man gar nicht so lange wegschauen, als dass dieser ansehlicher würde. Er schlug als Alternative Dachgauben vor, die zwar im ländlichen Raum nicht geläufig seien, aber durch die zunehmende Verstädterung eher denkbar seien.

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