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03.07.2010

Kein neuer Pfarrer! Dekan Huber hilft ein Jahr aus

Dekan Hans Huber wird Administrator der Pfarreiengemeinschaft Illertissen. Der Geistliche aus Bellenberg bekam die Aufgabe für ein Jahr zugewiesen. Fotos: lor
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Dekan Hans Huber wird Administrator der Pfarreiengemeinschaft Illertissen. Der Geistliche aus Bellenberg bekam die Aufgabe für ein Jahr zugewiesen. Fotos: lor

Illertissen Die Pfarreiengemeinschaft Illertissen muss nach dem Abschied von Markus Dörre spätestens zum 31. August mindestens ein Jahr lang auf einen neuen Pfarrer warten. Einstweilen wird Dekan Hans Huber die große PG mit rund 12 000 Katholiken in der Kernstadt und vier Ortsteilen mitbetreuen müssen. Generalvikar Karlheinz Knebel vom Bistum Augsburg hat dem 64-jährigen Pfarrer von Bellenberg die Aufgabe zusätzlich übertragen. Er fungiert als Administrator der Pfarreiengemeinschaft voraussichtlich bis Sommer 2011.

Mit dieser in Augsburg erfolgten Entscheidung hat sich bestätigt, was von vielen Katholiken in Illertissen befürchtet worden war. Die Stelle war im Mai und Juni zum zweiten Mal ausgeschrieben. Doch wieder hat sich kein Bewerber gefunden, der die PG Illertissen übernehmen will. Die Ankündigung des Bistums, es werde im September auf jeden Fall einen neuen Pfarrer in Illertissen geben, hat sich nicht erfüllt. Verschiedene Geistliche in der Diözese waren vom Ordinariat angesprochen worden. Alle haben offenbar dankend abgelehnt. Die Gründe sind nicht bekannt. Es gilt aber als sicher, dass dabei auch die Größe des Zusammenschlusses der vier ehemals eigenständigen Pfarreien Illertissen mit Betlinshausen, Jedesheim, Tiefenbach und Au eine gewichtige Rolle gespielt haben. Dies gibt, wie berichtet, auch der scheidende Pfarrer Dörre als Grund an, warum er im Januar ein Versetzungsgesuch nach Augsburg geschickt hatte. Er sah bei der Fülle der Aufgaben seine Gesundheit gefährdet. Nun muss Dekan Hans Huber sehen, wie er mit den verbliebenen Geistlichen eine funktionierende Seelsorge aufrecht erhalten kann. Eines hat er gestern in einer ersten Stellungnahme klargestellt: In seiner Pfarrei Bellenberg werde sich trotz der neuen Aufgabe nichts ändern. Gottesdienstzeiten und andere fixe Termine will der Pfarrer wie gewohnt beibehalten.

Mit Einschnitten muss gerechnet werden

Angehörige der benachbarten Pfarreiengemeinschaft Illertissen müssen wohl aber mit Einschnitten rechnen. "Wir müssen uns vermutlich auf Notwendiges beschränken und schauen, wo wir was weglassen können", so Dekan Huber gestern in einer ersten Stellungnahme. Näher mochte er darauf aber noch nicht eingehen. Morgens hatte er die Nachricht aus Augsburg erhalten und war dann fast den ganzen Tag nicht vom Telefon weggekommen. Gedanken über die Organisation der PG habe er sich deshalb noch nicht konkret machen können. Dazu will sich der Dekan zunächst auch mit den verbliebenen Seelsorgern, Diakon Christoph Schwarzer und Regionaljugendseelsorger Martin Gall zusammensetzen. Mit ihnen zusammen will Huber ein Konzept entwickeln und in einem nächsten Schritt die Gremien der PG einbinden.

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Kaplanstelle wird vermutlich bald neu besetzt sein

Guter Dinge ist Dekan Huber, dass die Kaplanstelle fast lückenlos neu besetzt werden kann. Kaplan Christian Voßhenrich wird, wie berichtet, im August abberufen, weil er in seiner Heimatdiözese Liechtenstein eine Pfarrei übernimmt. Woher der neue Kaplan kommen wird und wie er heißt, hat das Bistum noch nicht bekannt gegeben. Offen ist auch noch, wer die Stelle von Gemeindereferentin Rita Gruber übernehmen wird, die sich in ihre Heimatregion Allgäu zurückversetzen lässt.

Im Übrigen war klar, dass die PG Illertissen derzeit lediglich einen Pfarradministrator bekommen würde. Nur der Bischof kann einen Pfarrer ernennen, und den hat die Diözese bekanntlich derzeit nicht.

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