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Ulm

27.04.2016

Kilometerweise Akten und ein Ende in Sicht

Keine Aktenberge, das freut auch Rechtspflegerin Ellen Härlen, Amtsgerichtsdirektor Josef Lehleiter und Justizminister Rainer Stickelberger (von links).
Bild: Alexander Kaya

Amtsgericht Das zentrale Grundbuchamt wird eröffnet – ein deutliches Zeichen für den Siegeszug der Digitalisierung

Ulm Akten über Akten. 250000 Unterlagen, die aneinandergereiht eine Strecke von sieben Kilometern ergeben. Das käme zusammen, wenn man die 25 Grundbuchämter in der Ulmer Region in ein zentrales Grundbuchamt zusammenfassen würde. Ein Anfang wurde nun mit den Behörden aus Ulm und Erbach gemacht, die sich beim Amtsgericht in der Ulmer Zeughausgasse befinden.

Justizminister Rainer Stickelberger ( SPD) eröffnete am Mittwoch die neue, zwei Millionen Euro kostende Abteilung und betonte, dass sich für den Bürger eigentlich nichts ändern würde. Urkunden können immer noch schriftlich bei Notariaten eingereicht werden. Und der Standort des zentralen Grundbuchamtes erfordert keine Umgewöhnung – hier befand sich früher das zuständige Notariat. Die Räumlichkeiten wurden modernisiert, nach neuesten Brandschutzvorgaben umgebaut und auf das digitale Zeitalter vorbereitet.

Minister Stickelberger setzt voll auf die „elektronische Akte“. Denn daran führe kein Weg vorbei. Das heißt: Die Grundbücher und Grundakten werden rein elektronisch geführt. Alle Grundbucheinträge sind dadurch bei den Grundbuchämtern, Kommunen oder Notariaten kostenlos einsehbar. Für Ausdrucke fällt eine Gebühr an.

Mit der Reform des Grundbuchwesens werden die über 650 staatlichen und kommunalen Grundbuchämter in ausgewählte Amtsgerichte eingegliedert. An insgesamt 13 Standorten werden die Grundbücher ausschließlich elektronisch geführt. Die Reform lässt die Ulmer Behörde wachsen: Die Zuständigkeit wird sich bis Ende 2017 auf den gesamten Bezirk des Ulmer Landgerichts erstrecken. Und auch die Zahl der Mitarbeiter bewegt sich nach oben. Aktuell sind es 13, Ende 2017 sollen es rund 40 sein.

Die bestehenden Akten aus Papier des Landes werden im Grundbuchzentralarchiv in Kornwestheim aufbewahrt und können bei Bedarf entliehen werden. 182 Kilometer Akten bleiben hier übrig. Die Zukunft ist aber digital. (ded)

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