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Attenhofen

29.06.2018

Kindergarten: Früher kam das Kalb, heute gibt es Yoga

Ein eigens gestalteter Maibaum zum 25-Jährigen: Leiterin Tanja Reckert-Weltle und die Kinder freuen sich jetzt auf die Feier. 

Der integrative Kindergarten in Attenhofen wird 25 Jahre alt. In dieser Zeit hat sich einiges im Alltag geändert.

Mit einem fröhlichen Geburtstagsfest begehen Kinder, Eltern und Betreuungs-Team am Sonntag das 25-jährige Bestehen des Kindergartens St. Laurentius in Attenhofen. Leiterin Tanja Reckert-Weltle erinnert sich noch gut an die Anfänge. Derzeit toben, lernen und spielen 21 Kinder dort. Sie residieren auf einem 1600 Quadratmeter großen Grundstück mit liebevoll gestaltetem Garten, in einem gemütlichen Häuschen, das sowohl einen vielseitig nutzbaren Gruppenraum als auch Platz für eine Galerie, den Entspannungsraum und das „Kinderträumeland“ bietet. 252 Kinder wurden im vergangenen Vierteljahrhundert insgesamt betreut.

Ein Team aus zwei Erzieherinnen widmete sich im 1993 eröffneten Kindergarten anfangs 28 Kindern. Als frisch ausgebildete Erzieherin war die Führungsposition für sie „eine tolle Chance“, sagt Tanja Reckert-Weltle heute, zumal es schon zum Einstieg galt, das neu gebaute Gebäude sinnvoll und kinderfreundlich einzurichten. Da habe sie viele Möglichkeiten gehabt, sich einzubringen.

Kinder sind im Umgang miteinander völlig entspannt

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Schon in den ersten Jahren waren die Plätze in Attenhofen sehr begehrt, teilweise gab es sogar eine Doppelbelegung, berichtet Reckert-Weltle, manche Kinder waren vormittags da, andere nachmittags. Viel Arbeit für die Pädagoginnen, aber „das ging auch“. Bis 2010, als sich die Betreuungsschlüssel für Kindertagesstätten änderten, blieb es in Attenhofen bei einem Zweierteam. Mittlerweile arbeiten fünf Fachkräfte im Kindergarten, darunter ein Heilerziehungspfleger.

St. Laurentius ist heute ein integrativer Kindergarten, in dem bis zu fünf Kinder mit Behinderung betreut werden können. Sind Buben und Mädchen mit diesem besonderen Förderbedarf dabei, braucht eine Gruppe mehr Personal. Die Kinder selbst machen im Umgang miteinander keinerlei Unterschied, berichtet die Erzieherin: „Schwächere lernen von den Stärkeren und auch umgekehrt.“ Die integrative Arbeit sei besonders schön, „die Kinder geben einem sehr viel zurück“.

Dass Buben und Mädchen heute in einer anderen Umgebung aufwachsen, sei zu spüren, so die erfahrene Erzieherin, die mit den Kindern einmal pro Woche einen Entspannungstag einlegt – unter anderem mit Kinderyoga. Schließlich seien die Kleinen heute schon früh „im Freizeitstress und vor allem die Eltern sind viel gestresster, das überträgt sich“.

Christliche Werte sind bis heute wichtig

Vor Jahren spazierte ein Buben-Quartett vom heimischen Bauernhof mit einem kleinen Kälbchen in den Kindergarten, um es herzuzeigen – das sei heute kaum mehr denkbar, schmunzelt Reckert-Weltle. Vielleicht auch gut so, denn am Ende büxte das Kalb aus und musste im Garten eingefangen werden. Die Vermittlung christlicher Werte ist jedoch bis heute ein wichtiger Baustein des Alltags. Der Kindergarten sei „Brücke zwischen Familie und Kirchengemeinde“, heißt es in der Konzeption der Einrichtung, deren Träger die Kirchenstiftung St. Laurentius ist. Der Kindergarten hat längst einen festen Platz in der Dorfgemeinschaft, was ein besonderes Geschenk zeigt: Die Attenhofer haben ihrem Maibaum in diesem Jahr eine St.-Laurentius-Schnitzerei verpasst, inklusive Logo des Kindergartens.

Der Baum hat jetzt seinen Platz nahe dem Haupteingang und wird am Sonntag ein Blickfang sein, wenn die Festgäste zum Jubiläum kommen. Der ehemalige Attenhofer Pfarrer aus der Gründungszeit, Pater Georg Hopf, wird zum Festgottesdienst kommen, der um 10 Uhr im Garten beginnt. Im Anschluss warten Mittagessen, Blasmusik, eine Aufführung der Kinder sowie Spiele.

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