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Politik

21.04.2015

Kindergarten-Streit geht weiter

In der Debatte um fehlende Kita-Plätze in Neu-Ulm erhebt der Vorsitzende eines Burlafinger Elternbeirats deutliche Vorwürfe. Heute entscheiden die Stadträte

Wie familienfreundlich ist Neu-Ulm? Je nach Gesprächspartner fällt die Antwort auf diese Frage unterschiedlich aus. Während Politiker gerne darauf verweisen, wie viel die Stadt doch für junge Familien tut, gibt es unter den Betroffenen durchaus andere Ansichten. Beispielhaft dafür ist der momentane Streit um fehlende Kindergartenplätze in Burlafingen.

Der steht in der heutigen Sitzung des Ausschusses für Bildung, Familie und Kultur zum wiederholten Male auf der Tagesordnung. Vor wenigen Wochen war der Punkt vertagt worden, nachdem sich eine Allianz aus Burlafinger Stadträten vehement für mehr Kindergartenplätze in ihrem Stadtteil ausgesprochen hatte. Zwar ist für das Jahr 2016 ein neuer Kindergarten geplant, doch für die Zeit bis dahin müsse eine Lösung her. Und die könne nicht sein, dass Burlafinger Eltern ihre Kinder bis ins rund sieben Kilometer entfernt liegende Vorfeld bringen müssen, nur weil dort momentan Plätze frei seien.

Das sieht auch Tommi Brem so. Er ist Vorsitzender des Elternbeirates des Burlafinger Kindergartens Sankt Konrad und kommt aus dem Kopfschütteln kaum mehr heraus, seit er die Unterlagen für die heutige Sitzung gesehen hat. Denn wie schon vor vier Wochen schlägt die Stadtverwaltung den Politikern heute erneut vor, alles beim Alten zu lassen und in Burlafingen keine Übergangslösung – beispielsweise mit aufgestellten Containern – zu schaffen. Mobiliar und Personal könnten bis September möglicherweise gar nicht mehr rechtzeitig beschafft werden und Geld für eine derartige Maßnahme sei im aktuellen Haushalt nicht vorhanden.

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„Das liest sich wie ein schlechter Witz“, sagt Elternbeiratsvorsitzender Brem. Denn noch in derselben Ausschusssitzung beraten die Stadträte über 40000 Euro, die in zusätzliche Fördermaßnahmen für Kinder gesteckt werden. Dieses Geld stammt ausgerechnet aus einem vor einem Jahr erklärten Verzicht der Stadt, sich um ein Zertifikat zu bewerben: das Unicef-Siegel „Kinderfreundliche Kommune“.

Geht es nach Brem und seinen Mitstreitern, wäre dieses Geld in Burlafingen bestens angelegt. Lediglich dem guten Willen der Betreiber der katholischen Kindertagesstätte Sankt Konrad, die eine Notgruppe eingerichtet haben, sei es zu verdanken, dass „nur“ 15 Kinder keinen Platz im benachbarten Kindergarten hätten. Brem ärgert, dass das Problem seit Langem bekannt sei, die Stadt das Thema aber „seit Jahren vertagt, um nicht zu sagen, ignoriert“ und sich auf „realitätsferne“ Bevölkerungsprognosen berufe.

Ralph Seiffert, zuständiger Fachbereichsleiter im Rathaus, räumt ein, dass sich gerade im Bereich der Kindertagesstätten nicht alle Entwicklungen punktgenau voraussagen ließen. Doch müsse man bei dem Bau von Einrichtungen die ganze Stadt im Blick behalten. „Wenn die Stadträte eine Interimslösung in Burlafingen für 50000 Euro wollen, dann soll es so sein“, erklärt Seiffert, weist aber gleichzeitig auf die Konsequenzen dieser Entscheidung: „Dann müssen wir in Zukunft in anderen Stadtteilen genauso handeln, wenn es dort zu Engpässen kommt.“

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