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09.03.2009

Kinderkrankheiten sind kein Kinderspiel

Landkreis (eff-) - Die Krankheit beginnt meist mit kleinen roten Flecken hinter den Ohren. Danach kommt hohes Fieber. Masern. Die Infektionskrankheit wird häufig unterschätzt. Dabei sind Masern keine harmlose Kinderkrankheit, sondern können schwere Folgen haben, weiß Dr. Albrecht Embacher, Leiter des Gesundheitsamtes in Neu-Ulm. Doch auch in der Region würden einige Eltern den Schutz vor der Infektion nicht ernst nehmen. "Die Masernimpfung ist auch im Landkreis ein Schwachpunkt."

Allerdings, so lenkt er schnell ein: "Wir liegen nicht schlecht. Aber es könnte besser sein." 88 Prozent der Kinder in der sechsten Klasse sind laut Angaben des Gesundheitsamtsleiters geimpft. Damit die Krankheit bei einem Ausbruch keine "weiten Kreise zieht", sollten aber 95 Prozent der Bevölkerung eine Schutzimpfung erhalten haben.

Embacher empfiehlt ausdrücklich, Kinder gegen Masern zu impfen und sie die Krankheit nicht einfach "durchmachen zu lassen". "Bei Masern ist das eine schwierige Sache. Man weiß nie, wie sie verlaufen." Zahlreiche Komplikationen könnten folgen, weiß Embacher. Vor allem das Gehirn könnte betroffen sein. "Masern können zu Gehirnerkrankungen und -entzündungen mit möglichen Spätfolgen führen." Auch Jahre später könnte noch eine Folge-Krankheit ausbrechen und sogar tödlich enden.

Von sogenannten "Masernpartys", also einem organisierten Treffen, bei dem sich die Kinder mit der Krankheit anstecken sollen, rät er ab. "Ich finde, es ist unsinnig, ein Kind einer Infektionskrankheit auszusetzen, die nicht nötig ist." Zu schwerwiegend könnten die Schäden sein, die folgen könnten.

Kinderkrankheiten sind kein Kinderspiel

Nicht nur Masern auf dem Vormarsch

Für Masern, Mumps und Röteln gebe es meist eine Kombinationsimpfung, die auch gut verträglich sei. Denn nicht nur Masern sind auf dem Vormarsch. "Auch Mumps nimmt wieder zu", sagt Embacher. Auch diese Virusinfektion könne schwere Krankheiten zur Folge habe und dürfte deshalb nicht unterschätzt werden.

Tetanus, Diphterie, Polio, Masern, Mumps und Röteln sind für Embacher die Schutzimpfungen, auf die niemand verzichten sollte. "Es geht bei allen Impfungen darum, Komplikationen zu vermeiden." Bei vielen anderen Krankheiten, so der Gesundheitsamtsleiter, entscheide der Einzelfall, wie wichtig die Impfung für die betreffende Person sei.

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