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Ulm/Neu-Ulm

13.05.2020

Kinderschutz-Zentrum öffnet: Hilfe für Kinder, die Gewalt erleiden

Kinder, die Gewalt erleiden mussten, finden im Kinderschutz-Zentrum Ulm/Neu-Ulm Hilfe.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Kinder in der Corona-Isolation riefen beim Kinderschutzbund an, weil sie Hilfe suchten. Nicht nur ihnen soll das neue Kinderschutz-Zentrum Ulm/Neu-Ulm helfen.

Der Kinderschutzbund eröffnet am Donnerstag, 14. Mai, das Kinderschutz-Zentrum Ulm/ Neu-Ulm. Die Städte haben damit eine anerkannte Fachstelle mit dem Schwerpunkt Gewalt gegen Kinder und Kinderschutz. Eine Feier gibt es wegen der Corona-Krise nicht. Die Lage hat den Verantwortlichen nochmals deutlich gezeigt, wie wichtig die Einrichtung ist.

Das Kinderschutz-Zentrum Ulm/Neu-Ulm bietet Beratung für Kinder, Jugendliche und Familien, die von Gewalt und schweren Krisen betroffen sind. Das Zentrum arbeitet außerdem präventiv. Ein wichtiger Grundsatz ist: hohe Fachlichkeit niederschwellig für Kinder und Familien anzubieten. Dabei hilft, dass der Kinderschutzbund auch Träger einer Erziehungsberatungsstelle ist.

Kinderschutzzentrum Ulm/Neu-Ulm eröffnet

Ziel ist es, mehr Beratungsplätze für Familien mit hoher Gewaltproblematik und oft chronisch gewordenen Problematiken zu schaffen. Die Nachfrage übersteigt das bisherige Angebot in der Doppelstadt bei Weitem. Derzeit muss der Kinderschutzbund Ulm/Neu-Ulm immer wieder Kinder und Familien weiterverweisen, die Hilfe suchen. Ein weiteres Ziel ist, auch die Prävention auszubauen. Hier ist der Kinderschutzbund schon seit vielen Jahren mit Vorträgen, Fortbildungen in Schulen, Kitas und Vereinen aktiv. Zur Präventionsarbeit wird künftig auch die Wanderausstellung „Echt klasse!“ gehören, die Grundschulkinder vor sexueller Gewalt warnt.

Dank der Unterstützung durch die Rudolf-und-Ingeborg-Braungardt-Stiftung, die Ruku-Stiftung und die Stiftung Gänseblümchen konnte das neue Zentrum Anfang des Jahres erste Schritte machen. In der Corona-Krise wurde das digitale Angebot deutlich ausgebaut, um Kinder und Eltern in der häuslichen Isolation zu erreichen und aktiv auf die Familien zuzugehen.

Kinderschutzbund Ulm/Neu-Ulm: Beratung und Prävention sind die Angebote

Eine wichtige Erfahrung der Verantwortlichen ist, dass einige Kinder in der Zeit des Kontaktverbots selbst um Unterstützung baten. Die aktuelle Krise habe nochmals deutlich gezeigt, wie wichtig die Arbeit des Kinderschutz-Zentrums Ulm/Neu-Ulm für die ganze Region sei. Es soll ein verlässliches Angebot für Kinder und Familien aus gewaltbelasteten Verhältnissen machen.

Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch betont: „Kinder zu schützen, ihre Entwicklung zu fördern, ihre Persönlichkeit zu stärken und ihnen in schwierigen Situation und Lagen beizustehen, ist eine dauerhafte Aufgabe und stellt unser aller Pflicht dar.“ Auch die Neu-Ulmer Grünen-Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz, Vorständin des Bundesverbandes des Kinderschutzbundes, nennt den Kinderschutz eine permanente Aufgabe, auch wenn man schon viel erreicht habe. „Ulm und Neu-Ulm sollen die Eröffnung dieses Zentrums als große Bereicherung verstehen“, so Deligöz. Ähnlich äußert sich der Ulmer Kinderpsychiater Professor Jörg M. Fegert: „Ich bin sehr froh über unser Netzwerk hier in Ulm.“ Er sei begeistert, dass das Kinderschutz-Zentrum seine Arbeit aufgenommen habe. (az)

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