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Kirche
26.11.2020

Die neue Münsterbaumeisterin setzt auf ihr Team

Heidi Vormann

Heidi Vormann wird Nachfolgerin des verstorbenen Michael Hilbert. Was die Architektin an der Aufgabe so reizt

Vier Stunden lang hat der Ulmer evangelische Gesamtkirchengemeinderat am Dienstagabend mit drei Bewerbern gesprochen, um 22.29 Uhr verschickte Dekan Ernst-Wilhelm Gohl eine E-Mail: Heidi Vormann wird neue Münsterbaumeisterin. Fast zwölf Stunden später, am Mittwochvormittag, scherzt Vormann am Telefon: „Ich kann Promis jetzt vielleicht ein kleines bisschen verstehen.“ Dass der Rummel und das öffentliche Interesse so groß sein würden, habe sie nicht erwartet.

Nach Ingrid Helm-Rommel, von 1996 bis 2012 im Amt und nach längeren Querelen ausgeschieden, ist Heidi Vormann die zweite Frau als planerischer Kopf und Repräsentantin des Münsters. Die Fußstapfen ihres direkten Vorgängers Michael Hilbert bezeichnet sie als groß. Sie wolle nichts versprechen, was sie nicht halten könne. Sie freue sich auf die Arbeit und werde offen dafür sein, ob das Münster, das Münsterbauaumt, die Münsterbauhütte und die neue Münsterbaumeisterin wirklich so gut zusammenpassen, wie nun alle hofften. Deshalb wolle sie für die Probezeit zunächst ohne ihre Familie nach Ulm ziehen. Heidi Vormann hat einen Sohn sowie zwei Stiefsöhne.

Ihr Vorgänger Michael Hilbert war am Karfreitag im Alter von 58 Jahren nach langer und schwerer Krankheit verstorben. Seitdem übernimmt Hüttenmeister Andreas Böhm übergangsweise die Aufgaben, die voraussichtlich ab April in den Händen Vormanns liegen. Dann ist die reguläre Kündigungsfrist der Architektin abgelaufen. Und ihr selbst wie der Münstergemeinde ist wichtig, dass Vormanns Aufgaben in ihrer bisherigen Stelle gut weitergeführt und übergeben werden können. Die 55-jährige Architektin, die in Denkmalpflege und Baugeschichte promoviert hat, arbeitet derzeit als Dekanatsarchitektin der Evangelischen Kirche Bayern in Bamberg.

Dass man sich Zeit habe nehmen können, verdanke man auch Michael Hilbert, verrät Dekan Gohl. Der verstorbene Baumeister habe so gut vorgearbeitet, dass die Projekte einfach weiterlaufen können. So habe man nicht schnell sein müssen, sondern die am besten geeignete Nachfolgerin suchen und finden können.

Heidi Vormann will sich wie ihr Vorgänger eng mit den Steinmetzen, Steintechnikern und Schreinern austauschen. Die Arbeit im Team sei ihr wichtig, sagt sie. So wolle sie auch Entscheidungen treffen. „Ich setze stark auf den Hüttenmeister“, betont die Architektin.

In Bamberg, sagt die 55-Jährige, habe sie die Vielfalt fasziniert: Umbauten, Neubauten, Sanierungen. Doch für jemanden, der wie sie ein Faible für die Denkmalpflege habe, sei die Arbeit am Münster etwas ganz Besonderes.

Dekan Gohl attestiert der neuen Münsterbaumeisterin, dass sie ein Gespür für dieses Besondere habe. Etwa dafür, dass das Münster eine Bürgerkirche ist. Auf die bundesweite Ausschreibung hatten sich 22 Männer und Frauen beworben. Im Fachausschuss, dem Münstergremium, stellten sich fünf Bewerberinnen und Bewerber persönlich vor. Das Gremium schlug drei von ihnen dem Gesamtkirchengemeinderat vor. Am Ende fiel die Wahl auf Heidi Vormann. "Bayern

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