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Kirchen sind auch für Nichtchristen erhaltenswert

Kommentar Von Sebastian Mayr
20.01.2019

Gotteshäuser in Ulm und im Kreis Neu-Ulm sind in Gefahr. Der Spagat zwischen einer wirtschaftlichen und einer emotionalen Entscheidung ist nicht einfach.

Pfarreien werden zusammengelegt, Pfarrstellen gestrichen, Gläubige kommen nicht mehr, Mitglieder treten aus. Keine leichte Zeit für die Kirchen. Und Besserung ist nicht in Sicht. Trotzdem ist es wichtig, Gotteshäuser zu erhalten.

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Wenn die Gemeinden Kirchen nicht mehr bezahlen können, müssen die Bauten weichen. Doch vor allem alte Gebäude sind mehr als nur religiöse Orte. Sie prägen Dörfer, Städte und Stadtviertel. Und an mäßig schönen Betonkirchen aus der Nachkriegszeit hängen zumindest persönliche Erinnerungen: an Taufe, Firmung oder Konfirmation, Hochzeit, Abschiede.

Ulm/Kreis-Neu-Ulm: Aus Kirchen können Bars und Geschäfte werden

Die Sakralbauten für andere Gemeinschaften zu öffnen, ist ein guter Weg, Kirchen zu erhalten. So ist es an verschiedenen Orten in Ulm geschehen. Sie zu Geschäften oder Lokalen umzubauen ist ein umstrittener Weg. In den Niederlanden, Italien, Island gibt es Beispiele dafür. In Illertissen seit einiger Zeit auch. Lösungen, an denen sich womöglich viele Gläubige stoßen. Doch es sind Lösungen, die ein Ziel erreichen – gewissermaßen das gemeinsame Mindestziel: Ein Gebäude, das eine Stadt oder einen Ort prägt, bleibt erhalten. Ob es weiterhin identitätsstiftend ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Der Spagat zwischen einer pragmatischen, wirtschaftlichen und einer emotionalen Entscheidung ist nicht einfach. In Ulm und im Landkreis ist er bisher gut geglückt.

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