Newsticker

Zahl der Corona-Neuinfektionen erreicht höchsten Wert seit April
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Kleiner Markt mit großer Tradition

Pfuhl

14.10.2015

Kleiner Markt mit großer Tradition

Unser Archivfoto zeigt beispielhaft, wie anno dazumal die jungen Frauen in ihren evangelischen Trachten (in Bernstadt Alb-Donau-Kreis) in der Kunkelstube häkelten, strickten. Auch die Pfuhler haben diese Tracht getragen. 

In Pfuhl findet am Sonntag ein Kirchweihmarkt statt. Ein Blick zurück in die Historie.

Im evangelischen Dorf Pfuhl wurde die „Kirchweih“ immer am dritten Sonntag im Oktober gefeiert. Diese Tradition ließen die Museumsfreunde Pfuhl vor etlichen Jahren wieder aufleben. Am kommenden Sonntag, 18. Oktober, wird nun traditionell ab 11 Uhr im historischen Museumsstadel zum Kirchweihmarkt geladen. An diversen Kaufständen werden allerhand Köstlichkeiten geboten, angefangen beim frischen Obst, über Gemüse bis hin zum selbst Eingemachten und Gebastelten. Im Angebot sind außerdem Kartoffel- und Gulaschsuppe, Wienerle, Getränke, Kaffee und Kuchen.

Blättert man in den in den Aufzeichnungen „Sitten und Bräuche während des Jahresablaufs in Pfuhl“ des Pfuhler Altbauern Christian Frank (1898 – 1978), erwähnt dieser den Kirchweihsonntag als „besonderes Fest“.

An diesem Tag nämlich sei gewissermaßen der Einstand der sogenannten Kunkelstube gefeiert worden: Die jungen ledigen Mädchen und Burschen trafen sich erstmals im Herbst wieder in der „Kunkelstube“ – bis ins Frühjahr hinein. Treffpunkt war bei den eigens ausgesuchten „Haus-Eltern“, die mit Argusaugen auf das Treiben der jungen Leute achteten. Zwei bis dreimal wöchentlich kam man zusammen – die Mädchen haben gesponnen, gestrickt oder gehäkelt; die Burschen indes spielten Karten. Bier oder Most musste der Hausvater besorgen, dann und wann wurde auch gesungen und getanzt, denn eine Mund- oder Handharmonika war immer dabei. Spätestens um 11 Uhr war aber Zapfenstreich.

Frank zufolge waren anfänglich die „Kunkelstuben“ nach Geschlechtern getrennt – dann traf man sich auch gemeinsam. Laut Christian Frank verschwanden sie allerdings um 1930 komplett von der Bildfläche. Dem Vernehmen nach wurde in der Kunkelstube so manche Heirat „gekuppelt“ – anno dazumal wohl die dörfliche „Heiratsvermittlung“. (pfl)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren