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Neu-Ulm

29.03.2015

Kletterhalle rüstet sich für Freiluftsaison

Neu-Ulms Südwand: Ole Herrenkind und Alena Ostapenko haben in den vergangenen Tagen rund 35 Routen außen an die Kletterhalle geschraubt.
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Neu-Ulms Südwand: Ole Herrenkind und Alena Ostapenko haben in den vergangenen Tagen rund 35 Routen außen an die Kletterhalle geschraubt.

Die Neu-Ulmer Kletterhalle rüstet sich für die anstehende Sommersaison. Was die bunten Griffe an den Wänden mit Kunst und mit der Polizei zu tun haben

Ole Herrenkind hat es gut. Wofür andere hart arbeiten, schwitzen und an ihre körperlichen Grenzen gehen müssen, drückt er lediglich einen Knopf. Mit einem leisen Surren fährt ihn die Hebebühne auf 18 Meter Höhe und schon ist Herrenkind am Ziel angelangt. Am Gipfel sozusagen. Am oberen Ende der Außenwand des Neu-Ulmer Sparkassen-Domes.

Rund 70000 Sportler pilgern jedes Jahr in die Neu-Ulmer Kletterhalle an der Reuttier Straße, um sich dort an den künstlichen Felswänden auszutoben. Welche Herausforderungen dabei auf sie warten, entscheidet unter anderem Ole Herrenkind. Er ist einer von einer Handvoll professionellen Routenschraubern, die dafür zuständig sind, die Klettergriffe und -tritte an „Neu-Ulms Bergen“ anzubringen. In den vergangenen Tagen hat er rund 1500 von ihnen an der Südwand des Außenbereichs verschraubt. Pünktlich zu Ostern will der Neu-Ulmer Alpenverein als Betreiber der Halle die Freiluftsaison eröffnen.

„Was ich hier mache, hat sehr viel mit Kunst zu tun“, erklärt Herrenkind. Beim Routenschrauben sei neben eigener Klettererfahrung – der 45-jährige Allgäuer klettert seit 35 Jahren – vor allem sehr viel Kreativität gefragt. Getreu dem Motto „Nullachtfünfzehn kann jeder“ will es Herrenkind den Neu-Ulmern nicht ganz so leicht machen. Unterschiedliche Abstände, überraschende Griffe, komplizierte Bewegungen – zu einer wirklich gelungen Route gehöre all das dazu. Der Schwierigkeitsgrad ist für ihn persönlich dabei nur zweitrangig. Kein Wunder, stand er in seiner aktiven Zeit als Wettkampfkletterer regelmäßig vor Aufgaben der kompletten Bandbreite von 3 (leicht) bis 11 (schwer).

An den Wänden des Sparkassen-Domes spielt der Schwierigkeitsgrad jedoch eine gewichtige Rolle. „Wir wollen möglichst vielen Besuchern eine möglichst große Vielfalt bieten“, erklärt Geschäftsführerin Silke Hupfauer. Daher liegt der Großteil der insgesamt rund 400 Routen in und außen an der Halle, die mehrmals im Jahr umgeschraubt werden, zwischen 5 und 7. Rund 20000 Griffe und Tritte aus Kunststoff sind dafür notwendig.

Einer kostet im Schnitt zwischen drei und fünf Euro – in der Masse sind das durchaus ansehnliche Beträge. Das muss im vergangenen Jahr wohl auch der Anreiz von Dieben gewesen sein, die sich im Oktober an der Fassade im Außenbereich zu schaffen machten. Rund 300 Griffe schraubten sie laut Angaben von Dieter Danks, dem Vorsitzenden des hiesigen Alpenvereins, damals ab und nahmen sie mit. Die Folge für die Hallenbetreiber waren zusätzliche Investitionen: in neue Griffe und Überwachungskameras, die das Gelände seither außerhalb der Öffnungszeiten im Blick haben. Einbrecher sollen sich hier nicht mehr ungestraft austoben dürfen

Das sieht auch Ole Herrenkind so, der unzählige Ideen und viele Stunden Arbeit in die neue Südwand des Sparkassen-Domes gesteckt hat. Von ganz leicht bis ganz schwer ist alles mit dabei und wartet nun darauf, von Neu-Ulms Hobbyklettern erklommen zu werden. Der Erstbesteiger war im Übrigen Ole Herrenkind. Nach dem Schrauben auf der Hebebühne muss er seine Routen auf ihre Tauglichkeit testen und beurteilen, welchen Schwierigkeitsgrad sie haben. Nach rund 35 verschiedenen Routen an der Südwand dürfte schließlich auch ihm warm geworden sein.

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