Newsticker
RKI meldet 5011 Corona-Neuinfektionen und 34 neue Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Kliniken: Landrat spricht vom „Jahr der Entscheidungen“

Dialogforum

21.06.2017

Kliniken: Landrat spricht vom „Jahr der Entscheidungen“

Landrat Freudenberger sprach beim zweiten Dialogforum.
Bild: Brücken

Bei der zweiten Runde in Straß wird über die Finanzierung der Reform diskutiert. Dabei gibt es gute Nachrichten

Bei der zweiten Runde des Dialogforums, bei dem die Kreisspitalstiftung die Meinung der Bürger zur geplanten Strukturreform der drei Kreiskliniken im Landkreis Neu-Ulm einholte, drehte es sich vor allem ums Geld. An die 20 Bürger waren zur Veranstaltung im Feuerwehrgerätehaus im Nersinger Ortsteil Straß gekommen – auch Landrat Thorsten Freudenberger war zugegen. Er kündigte an, dass dieses Jahr das „Jahr der Entscheidungen“ sei.

Laut Landrat passe die Diskussion über die geplante Reform zum Wetter: Oft gehe es heiß und hitzig zu, irgendwann werde es kühler und immer wieder zogen Gewitter auf. „Letztlich arbeitet man dafür, dass es sonnige Tage gibt“, sagte er. Die Strategiedebatte habe man angesichts des millionenschweren Defizits, das er eine „krisenhafte Erscheinung“ nannte, zurückgestellt – bis jetzt. Freudenberger betonte: „Ich bin mir sicher, dass es uns gelingen wird, in diesem Jahr ein zukunftsfähiges Krankenhauswesen hier in Neu-Ulm zu bekommen.“ Alle Ergebnisse aus den Diskussionsrunden sollen gesammelt und der Politik zur Verfügung gestellt werden, so der Plan.

Ein Bürger appellierte an Freudenberger „jetzt Nägeln mit Köpfen zu machen“. Er sagte: „Es gibt viele Fachleute, die man zu Rate ziehen kann, aber irgendwann muss eine Entscheidung getroffen werden! Machen Sie ihrem Gremium einmal Feuer!“ Freudenberger entgegnete, dass trotz Schnelligkeit ein sorgfältiges Vorgehen wichtig sei – und das Thema regionalspezifisch. „Wenn es keine einfachen Lösungen gibt, möchte ich nicht so tun, als ob es sie gebe“, sagte er. Außerdem müsse man die Reform auch mit dem Freistaat Bayern aushandeln. „Für den Strukturwandel wird wesentlich mehr Geld gebraucht, als bislang zur Verfügung steht.“

An diesem Punkt knüpfte die Frage eines Zuhörers an, ob dies für die vergleichsweise kleinen Kliniken realistisch sei. Siegfried Hasenbein, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG), gab sich zuversichtlich: „Es gibt Grund zur Hoffnung, dass es im kommenden Jahr deutlich mehr Investitionsmittel gibt.“ Hasenbein sprach von einem Zuwachs von mindestens 20 Prozent – und das sei nur ein erster Schritt.

Eine Klinikmitarbeiterin unter den Zuhörern ging auf die Kosten ein, die den Krankenhäusern durch Patienten entstehen, die in die Notaufnahme kommen würden – und keine echten Notfälle seien. „Wir müssen die Bevölkerung aufklären, warum wir das Defizit erwirtschaftet haben – und das auch sie ihren Anteil daran hat.“

Heute findet um 18 Uhr die dritte Dialogveranstaltung in der Kantine Winkle in Altenstadt statt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren