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15.12.2008

Klopfer machen sich die Taschen voll

Biberberg (cak) - "Der Klopferstag in der Adventszeit war für die Schuljugend der Marktgemeinde Pfaffenhofen immer ein großer Spaß", schrieb der ehemalige Chronist Hans Schätzthauer in der ortsgeschichtlichen Sammlung aus dem Jahr 1990.

Mit dem Schulranzen wurde von Haus zu Haus gezogen mit dem Ruf "Holla, holla Klopfer raus" und die von den Bewohnern dargereichten Nüsse, Äpfel, später auch Süßigkeiten eingesammelt. Innerhalb des Marktgebiets ist der alte Brauch, der im 2. Weltkrieg zum Erliegen kam, nur im Ortsteil Biberberg wieder aufgenommen worden, wo er sich großer Beliebtheit und Beteiligung erfreut.

"Es kommen die Klopfer und sagen euch an, dass Christus der Herr bald kommen kann. Und wenn er kommt, ist Heil im Haus, holla holla Klopfer raus. Äpfele, Bira Nuss, dr Klopfer statt scho duss", mit dem Spruch ziehen die Kinder von Haus zu Haus und werden mit Süßigkeiten belohnt. Treffpunkt war am Samstag die Alte Schule, von wo aus die Kinderschar, samt einigen Erwachsenen, die ihren Nachwuchs im Kinderwagen schoben, in diesem Jahr die Häuser im südlichen Teil des Orts aufsuchten. Im nächsten Jahr ist dann das nördliche Dorf dran.

Rund 50 Kinder waren unterwegs, mit Taschen und Tüten ausgestattet, um die kleinen Leckereien, welche die Bewohner traditionell zum Klopferstag bereithalten, einzusammeln. Der jüngste Teilnehmer am Klopferstag war der fünf Monate alte Joschua, der friedlich im Kinderwagen schlummerte. Die Bewohner in Biberberg stehen dem Brauch aufgeschlossen gegenüber, warten schon, bis es an ihre Tür klopft. In Körben oder großen Kartons stapeln sich die Schokoriegel, Kekswaffeln, Mandarinen und anderes, das großherzig an alle verteilt wird und in die bereitgehaltenen Taschen wandert.

Früher fiel der Brauch an das Ende der Adventszeit, zumeist auf einen Donnerstag. In der Adventszeit wurden damals die "Rorate", die Engelämter, schon um 6 Uhr morgens abgehalten. Um nicht zu verschlafen, haben sich die Dorfbewohner gegenseitig durch Klopfen an die Fensterläden geweckt. Zur Belohnung beschenkte man sich zum Ende der Adventszeit dafür. Das ging später auf die Kinder über. Dabei sind die Verse, die aufgesagt wurden, von Ort zu Ort verschieden. "I klopf, i klopf an Lada na, dass Christ der Herr bald komma ka. Bira, Äpfl, Nuss, dr Klopfer statt scho duss", war laut Chronik von Gerhart Nebinger ein gängiger Spruch, für weniger feinfühlige Klopfer dagegen: "Holla, holla Klopfa raus, oder i schlag dir a Loch ins Haus".

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