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Roggenburg/Elchingen

11.07.2019

Kloster Roggenburg: Welcher Pater kommt, welcher geht

Das alte und neue Pfarrei-Team in Roggenburg: Pater Ulrich Sonnenmoser, Pater und Subprior Johannes-Baptist Schmid, Mitarbeiterin Marion Pistracher und Pater Ulrich Keller.
Bild: Angela Häusler

Kirche Johannes-Baptist Schmid verabschiedet sich vom Kloster Roggenburg. An seine Stelle tritt Ulrich Keller aus Elchingen. Beide erzählen, wie es ihnen mit dem Wechsel geht.

Roggenburg Ein Seelsorger geht, ein anderer kommt: Für die Roggenburger Katholiken steht zum 1. September ein Wechsel in der Kirchengemeinde an. Pater Johannes-Baptist Schmid verabschiedet sich nach neun Jahren als erster Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft. Doch sein Nachfolger ist für die Kirchgänger kein Unbekannter: Es ist Pater Ulrich Keller aus Elchingen, ebenfalls Ordensmann der Prämonstratenser. Beide Patres sind in diesen Wochen dabei, sich von ihrem bisherigen Lebensumfeld zu verabschieden. „Man macht jetzt vieles zum letzten Mal“, berichtet Pater Ulrich Keller, der in diesen Wochen die Abschiedsgottesdienste mit seinen Gemeindemitgliedern feiert, in Ober- und Unterelchingen sowie in Thalfingen. Neun Jahre lang war er dort Pfarrer. Viele Gläubige haben bereits ihr Bedauern über seinen Weggang ausgedrückt.

Doch viele Gemeindemitglieder zeigen auch Verständnis für den Tapetenwechsel, erzählt Pater und Subprior Johannes-Baptist Schmid über seine Erfahrungen in Roggenburg. Auch er erlebe eine Zeit mit gemischten Gefühlen: Es warte eine neue Aufgabe, auf die er sich freue, aber „man muss auch vieles loslassen“. Klar ist für ihn, dass er mit dem Kloster auch künftig in engem Kontakt bleiben will.

Pater Johannes-Baptist wechselt nach Baden-Württemberg

Ab dem ersten September wird Pater Johannes-Baptist in Rot an der Rot in der Diözese Rottenburg-Stuttgart seinen Dienst tun. Auch in seinem neuen Wirkungskreis hat er die Verantwortung für eine Pfarreiengemeinschaft, die aus den Orten Rot, Ellwangen, Berkheim, Haslach und Tannheim gebildet wird. Aus zuvor selbstständigen Pfarreien eine Gemeinschaft zu formen, mit dieser Aufgabe hatte er sich bereits in Roggenburg befasst, wo die Pfarreiengemeinschaft aus 3500 Katholiken besteht.

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Vor einer ähnlichen Herausforderung hatte Pater Ulrich gestanden, als er im Jahr 2010 in Elchingen Pfarrer und damit geistliches Oberhaupt für insgesamt 4500 Gläubige wurde. Auf das Zusammenwirken habe er in Elchingen auch den Fokus gerichtet, erklärt Keller.

Weil die Anzahl der Gläubigen abnimmt, werden immer mehr Orte zu Pfarreiengemeinschaften zusammengefasst, für die Gläubigen ein bedeutender Strukturwandel. Pfarrer und Kirchenverwaltungen müssen sich darauf einstellen, zumal sich auch die gesellschaftlichen Strukturen und damit die Gemeinden wandeln, wie Keller betont. So finde man heute weniger ehrenamtliche Helfer als früher, und bei Gottesdienstbesuchern konkurriere die Kirche heute mit all den anderen Freizeitaktivitäten, „Kirche ist für die Menschen heute eine sinnstiftende Aktivität unter vielen“.

Zu seinen Höhepunkten in der Elchinger Zeit zählten für Keller die jährlichen Faschingsgottesdienste, die unter reger Beteiligung der Elchinger Narren gefeiert wurden. Messen „mit dem gewissen Pfiff“ seien das, sagt Keller, und die werde er sicherlich vermissen. Und der 50-Jährige wird sich nun verkleinern müssen, was seine persönlichen Räume betrifft: Statt einem ganzen Pfarrhaus wie in Thalfingen wird er im Kloster in zwei Zimmern leben. „Das wird schon eine Umstellung“, sagt er, dafür aber braucht er fortan weder ein eigenes Wohnzimmer noch eine Küche. Sein Hauptaugenmerk liege weiterhin auf der Seelsorge und dem Miteinander, betont Keller, gemäß dem Prinzip der Prämonstratenser, für die Menschen da zu sein. Und die Menschen fühlen sich in Roggenburg dem Kloster eng verbunden. Es bestehe sehr guter Kontakt, betont Schmid, entsprechend positiv gestalte sich die Zusammenarbeit etwa mit örtlichen Vereinen und der kommunalen Verwaltung.

In Roggenburg kommen viele in den Gottesdienst

Dazu kommt, dass gerade in ländlicheren Gebieten wie Roggenburg der Gottesdienstbesuch relativ stabil geblieben sei, so Pater Johannes-Baptist. In der Klosterkirche seien die Messen ohnehin gut besucht, auch, weil häufig noch auswärtige Gäste dazukommen. Neben Roggenburg gehören die Ortschaften Biberach, Biberachzell, Oberreichenbach, Schießen und Wallenhausen zur Pfarreiengemeinschaft.

Ein Ansprechpartner bleibt den Roggenburgern aber erhalten: Pater Lukas Sonnenmoser, der Inhaber der zweiten Pfarrstelle ist. „Ich bin der Fels in der Brandung“ witzelt Sonnenmoser. Und betont, dass auch die anderen Ordensleute immer wieder Gottesdienste in der Pfarreiengemeinschaft übernehmen und sich so für die Bevölkerung ohnehin eine Konstante ergibt. Daher halte sich die Aufregung in Grenzen. „Die Leute wissen: Es geht weiter, und es geht gut weiter“, fasst Sonnenmoser zusammen.

Ziele für ihre künftigen Wirkungskreise haben sich die scheidenden Seelsorger noch nicht gesetzt, sie wollen die neue Situation auf sich zukommen lassen und sich erst einmal in die Arbeitsbereiche einfinden. „Für mich ist jedenfalls bei der Feuerwehr schon ein Spind hergerichtet“, berichtet Keller schmunzelnd über die Roggenburger Aussichten.

Gemeinsam mit Keller beginnt im September übrigens eine neue pastorale Mitarbeiterin im Roggenburger Pfarramt: Marion Pistracher wird sich unter anderem um den Religionsunterricht an der örtlichen Grundschule und die Arbeit mit Firmlingen und Kommunionkindern kümmern. Und in Elchingen übernimmt Sebastian Nößner, derzeit noch Pfarrer in Fischach im Landkreis Augsburg, die Seelsorge.

Gottesdienste Pater Ulrich Keller wird im Gottesdienst in Oberelchingen am Sonntag, 14. Juli, 10.30 Uhr, verabschiedet. In Thalfingen beim Familiengottesdienst am Samstag, 27. Juli, 18 Uhr. Die offizielle Verabschiedung von Pater Johannes-Baptist Schmid und die Begrüßung von Pater Ulrich in Roggenburg findet am Sonntag, 15. September, um 18 Uhr in der Klosterkirche statt.

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