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Roggenburg

26.09.2016

Kloster bekommt drei Neue auf einen Streich

Binden sich an den Orden (v. links): Frater Franziskus für drei Jahre, Magnus beginnt ein zweijähriges Noviziat und Joachim will Zeit seines Lebens bleiben.
Bild: mde

Die Prämonstratenser in Roggenburg freuen sich über Verstärkung: Die Fratres Magnus, Franziskus und Joachim binden sich an den Orden. Was ihnen dabei durch den Kopf geht.

Vor zehn Jahren klopfte ein Mann an das Tor des Prämonstratenserklosters Windberg. Seine Mutter habe ihn geschickt. Er solle ins Kloster eintreten. Hier werde er versorgt und brauche sich um nichts mehr zu kümmern. Mit dieser Episode leitete Abt Hermann Josef Kugler in der Roggenburger Klosterkirche seine Festpredigt zur Begrüßung der künftigen Ordensleute ein. Drei, die es sich nicht so einfach wie der Mann an der Windberger Pforte gemacht haben, hörten ihm dabei aufmerksam zu.

Sie waren aufgeregt, hatten sich ihren großen Schritt lange überlegt und sind nun nach eigenen Angaben „überglücklich“: Die drei Fratres Magnus Menth (27 Jahre alt) aus Aufheim, Franziskus Schuler (25) aus Burtenbach und Joachim Geilich (37) aus Ludwigsburg versprachen sich am Wochenende bei einer feierlichen Vesper und einem Gottesdienst dem Prämonstratenser-Orden.

Drei Schritte sind es, die ein Mann tun muss, um innerhalb von fünf Jahren zu einem Ordensmann heran zu wachsen, hieß es. Erstens, die Einkleidung absolvieren und den Habit anlegen, das weiße Ordensgewand der Prämonstratenser. Sie bedeutet den Beginn des Noviziats, eine zweijährigen Probezeit, in der sowohl Anwärter als auch Orden das Klosterleben ohne Angabe von Gründen wieder beenden können. Darauf folgt, zweitens, die zeitliche Profess, eine Bindung an den Orden für drei Jahre. Erst danach legt ein Ordensmann, drittens, die ewige Profess ab, das Versprechen, dem Orden auf Lebenszeit angehören zu wollen. Keiner der drei Schritte ist unumkehrbar: Jeder, der sie geht, ist selbst dafür verantwortlich, seinen Weg zu beenden, hieß es.

Im Kloster Roggenburg kam es am Wochenende nun zu der seltenen Konstellation, dass drei junge Männer zusammen alle drei Ordensschritte abdeckten: Den ersten Schritt machte Simon Menth. Als Zeichen des Neubeginns nahm er den Ordensnamen Frater Magnus an, der heilige Magnus ist der Patron des Allgäus und hatte einst als einer der ersten im süddeutschen Raum den christlichen Glauben verkündet. „Ich war ganz schön aufgeregt, aber als mir das Ordenskleid übergestreift wurde, fiel alle Aufregung von mir ab“, sagte er. Und fügt hinzu: „Ich war einfach nur glücklich.“ Der zweite im Bunde, Frater Franziskus, hat sein zweijähriges Noviziat hinter sich und versprach sich dem Orden in der zeitlichen Profess für weitere drei Jahre. In der Findungszeit will er sein Theologiestudium weiterführen um dann zu entscheiden, ob er sein künftiges Leben als Ordensmann führen will. „Ich glaube und spüre, dass ich diesen Weg weite gehen werde, weil er mir schon bisher unglaublich viel gegeben hat“, sagt der 25-Jährige. Und Frater Joachim, der nach seiner ewigen Profess Ordensmann auf Lebenszeit ist, bekannte: „Ich habe mir diesen Schritt lange überlegt, aber das Kloster ist mir in viereinhalb Jahren zur Heimat geworden.“ Die Mitbrüder vor Ort und das familiäre Miteinander – er könne sich heute kein freudigeres und erfüllteres Leben vorstellen. Sein Fazit: „Alles ist gut.“ Auch die Menschen, mit denen die Prämonstratenser in Roggenburg leben, seien ihm ans Herz gewachsen. Deshalb habe er seine ewige Profess mit großer Überzeugung abgelegt. (mde)

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