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Umweltschutz

17.08.2017

Können Weißenhorner bald plastikfrei einkaufen?

André Wieland hat in Weißenhorn Umweltfreundliches vor: Er will einen plastikfreien Supermarkt in der Stadt eröffnen. 

André Wieland will in der Stadt einen Supermarkt ohne Verpackungsmüll eröffnen. Um sein Projekt realisieren zu können, wirbt er übers Internet um Spenden.

Einkaufen ganz ohne Plastikverpackungen, davon träumt der Weißenhorner André Wieland schon lange. Jetzt plant er, in der Fuggerstadt einen plastikfreien Supermarkt zu eröffnen. „Klare Kante“ soll der Laden heißen, für dessen Eröffnung er derzeit nach Unterstützern sucht. Die Spenden sollen bei der Umsetzung der Idee helfen.

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Egal ob Süßigkeiten, Toastbrot, Gurken, Äpfel oder Milchprodukte – wer Lebensmittel kauft, kauft meist auch Plastikschalen, -folien und -tüten mit ein. Ob er will oder nicht. Das möchte André Wieland ändern: In seinem Supermarkt sollen die Kunden ihre Waren ohne Verpackungsmüll kaufen können. „Ich will klare Kante zeigen – gegen Plastik, wo es unnötig ist“, sagt Wieland.

Mehrere Städte haben solche Supermärkte bereits

Können Weißenhorner bald plastikfrei einkaufen?

„Ich habe mir schon lange eine Alternative zu Plastik gewünscht“, berichtet der Unternehmer in spe über seine Idee. Denn mit den wachsenden Plastikbergen „schaden wir uns doch selbst“. Dass es durchaus möglich ist, einen Supermarkt ohne Plastik zu betreiben, hat er schon anderswo gesehen. Denn in einigen deutschen Städten, etwa Augsburg, München, Passau oder Schwäbisch Gmünd, gibt es solche plastikfreien Läden schon.

Wieland ist sicher: Auch die Region Neu-Ulm kann einen verpackungsfreien Markt vertragen. Und Weißenhorn sowieso, gerade in dieses malerische Ambiente passe ein solcher Laden gut, glaubt der gelernte Einzelhandelskaufmann und Betriebswirt. Zumal die Weißenhorner ziemlich traditions- und auch umweltbewusst seien. Bedienen, das ist ihm klar, wird er als künftiger Ladeninhaber zwar ein Nischen-Publikum, aber eines, das bunt gemischt ist, hofft er. Von der gesundheitsbewussten Familie bis zu Senioren, die das Einkaufen ohne Plastik noch aus Jugendzeiten kennen.

Es soll auch Zahnpasta und Seife geben

Über komfortable alternative Möglichkeiten hat Wieland sich bereits in anderen ähnlichen Geschäften informiert. Dazu gehören etwa voluminöse Schüttspender, aus denen im Laden etwa Nudeln, Mehl oder Nüsse genau in der gewünschten Menge abgefüllt werden können. In mitgebrachte oder aber im Laden angebotene Mehrweg-Behälter zum Beispiel. Auch eine Ecke zum Probieren plant der junge Unternehmer ein – denn Transparenz will er in seinem Markt großschreiben. „Wir wollen nach Möglichkeit vom Lieferanten weg plastikfrei sein“, sagt Wieland, der zurzeit Kontakte zu Anbietern aufbaut, von denen er für „Klare Kante“ Waren in Großpackungen kaufen kann. Und möglichst viele Produkte will er ohnehin direkt aus der Region beziehen.

Das plastikfreie Angebot soll sich aber nicht nur auf Lebensmittel wie Getreideflocken, Reis, Tee, Öle und Gemüse beschränken: Auch Drogerieartikel, von Seife über Zahnpasta bis Waschpulver, möchte „Klare Kante“ anbieten. Bezüglich des Standorts habe er schon eine Fläche im Auge, so Wieland. Er will aber noch nicht verraten, welcher Laden in der Innenstadt ihm da vorschwebt.

Möglicherweise könne es schon zum Jahresende so weit sein, dass er den Laden eröffnet, glaubt André Wieland, der seine Idee zielstrebig verfolgt. Businessplan erstellen, Lieferketten aufbauen, Genehmigungen beantragen und die Suche nach einem Standort beschäftigen den 32-Jährigen derzeit. „Meine Familie steht voll hinter mir“, erzählt Wieland, auch von Freunden bekomme er positive Resonanz auf die Idee. Im Internet hat er aktuell eine Spendenaktion geschaltet, um genug Startkapital zu haben. 15000 Euro sind das Ziel. Kommt das Geld nicht zusammen, will er seinen Plan aber nicht aufgeben, betont Wieland: „Ich mache das auf jeden Fall.“

Für den plastikfreien Supermarkt sucht André Wieland derzeit Unterstützer im Internet: Auf der Plattform „Startnext“ sammelt er Beträge von Investoren. Als Dank erhalten sie später kleine Geschenke oder Gutscheine. Unter der Adresse www.startnext.com/klare-kante-fair-regional-plastikfrei können Interessierte sich informieren und spenden.

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