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Neu-Ulm

26.01.2019

Kolping-Akademie: Menschlichkeit und Weiterbildung

Der Leiter der Neu-Ulmer Kolping-Akademie, Stephan Walburger, und die Festrednerin Susanne Biesenberger.
Bild: Andreas Brücken

Die Kolping-Akademie startet am Neu-Ulmer Standort die Feierlichkeiten für ihr 50-jähriges Bestehen und bekennt sich dabei zu den Werten des Gründungsvaters.

Über dem Eingang der Akademie hängt eine dicke Traube knalloranger Luftballons, an den Masten wehen Fahnen mit der Zahl 50 darauf: Das Jubiläum der Kolping-Akademie ist auch für Außenstehende unübersehbar. 1969 wurde das Kolping-Bildungswerk der Diözese Augsburg gegründet und schließlich 1984 die Akademie in Neu-Ulm eröffnet, wo jüngst der Auftakt zum Jubiläumsjahr gegeben wurde.

An 29 Standorten mit insgesamt 800 Mitarbeitern und drei mehrfach ausgezeichneten Urlaubs- und Tagungshotels steht die Akademie seit einem halben Jahrhundert für die Vision von Adolf Kolping. Der Leiter der Neu-Ulmer Einrichtung, Stefan Walburger, zitierte bei der Auftaktveranstaltung den Gründer: „Anfangen ist das Schwerste, treu bleiben das Beste.“ Dass sich die Verantwortlichen der Akademie Neu-Ulm als Auftaktort ausgesucht haben, interpretierte Walburger als Zeichen dafür, dass hier die Mitarbeiter besonders gut durchstarten könnten.

Derzeit sind etwa 50 Personen an der Neu-Ulmer Akademie eingeschrieben. Das Programm der Bildungsstätte ist dabei fast so breit gefächert, wie der Arbeitsmarkt selbst: So können die Besucher des Hauses im Bistro Speisen genießen, die von den jugendlichen Mitarbeitern in der Küche zubereitet und den Nachwuchsservicekräften serviert werden.

In den eigenen Werkstätten wird in der Neu-Ulmer Kolping-Akademie ausgebildet

In den hauseigenen Werkstätten werden Teilnehmer in Metall- oder Holzverarbeitung ausgebildet, qualifiziert und umgeschult. Dabei stehen die Werkstätten auch Unternehmen zur Verfügung, die kleinere Produktionsaufträge an die Auszubildenden weitergeben. Auch Friseure und Facharbeiter für die Logistik werden an den Standorten in Neu-Ulm, Illertissen und Ulm ausgebildet. Dabei habe die Einrichtung eine Vermittlungsquote von 85 Prozent, erklärt Walburger und fügt hinzu: „Bei einer abgeschlossenen Ausbildung sind es sogar mehr als 90 Prozent.“

Dass die Akademie nicht allein eine Institution der beruflichen Qualifizierungsmöglichkeiten sein soll, machte die Ulmer Mentaltrainerin Susanne Biesenberger in ihrem Festvortrag über die moderne Unternehmensführung deutlich: „Eigenverantwortung und Motivation können nicht einfach in einem Arbeitsvertrag festgelegt werden, sondern müssen von den Führungskräften vorgelebt werden.“ Der Theologe Kolping habe das als gelernter Schuhmacher bereits im 19. Jahrhundert erkannt. Wünschenswert sei es deshalb, wenn in den Betrieben weniger „Ich bin mir selbst der Nächste“ und mehr „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“ gelten würde. Schließlich sei die Arbeit nicht nur für die Existenzsicherung wichtig, sondern auch ein Beitrag für die Gesellschaft, erklärte Biesenberger weiter.

Ein Blick in die Festschrift der Akademie zeigt, dass sich die Verantwortlichen in Zukunft den Herausforderungen der Digitalisierung stellen wollen, während die Absolventen weiterhin als verantwortungsbewusster Teil der Gesellschaft die Zukunft gestalten.

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