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06.10.2017

Kommunen in der Warteschleife

Pfaffenhofen und Roggenburg erhoffen sich von der Mitgliedschaft in der WGW Unterstützung bei der Schaffung von neuem Wohnraum.

Pfaffenhofen und Roggenburg hoffen darauf, bald Mitglied der Weißenhorner Wohnungsgesellschaft zu werden

Die Absichtsbekundungen im Dezember vergangenen Jahres waren eindeutig, die seinerzeit diskutierten Zeitpläne aber wohl zu optimistisch: Schon im Frühjahr wollten Pfaffenhofen und Roggenburg auf der Basis eines Vertragsentwurfs einem Beitritt zur Wohnungsgesellschaft Weißenhorn (WGW) näher kommen. Die Kommunen erhoffen sich dadurch kompetente Unterstützung, um zusätzlichen Wohnraum schaffen zu können. Jetzt hat WGW-Mitgeschäftsführer Alfred Haas auf Nachfrage unserer Zeitung diesen Schritt für „spätestens Ende November“ angekündigt.

Der ehemalige Stadtrat und frühere Zweite Bürgermeister der Fuggerstadt beruhigt: „Ein Beitritt der beiden Kommunen zu unserer Gesellschaft liegt weder auf Eis noch ist er gestorben.“ Seit Anfang August leitet Haas übergangsweise die WGW gemeinsam mit seiner neuen Kollegin Anja Wenzel. Nach deren Einarbeitung will er sich aus dieser Aufgabe zurückziehen. „Mit den Veränderungen in der Geschäftsführung hat die Verzögerung des Beitritts überhaupt nichts zu tun“, macht Haas gleichzeitig deutlich.

Vielmehr seien in der Zwischenzeit einige schwierige Fragen zu klären gewesen, insbesondere rechtlicher und steuerrechtlicher Natur. Das habe eine Reihe von Gesprächen mit Beteiligten und Fachleuten erfordert. „Und dann verschiebt sich hier ein Termin und dann wartet man wieder auf den nächsten“, wirbt der Teilzeit-Manager um Verständnis für den geänderten „Hochzeitstermin“. Der ist nach Lage der Dinge auch dem Vermögen der Braut geschuldet.

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Immerhin 125 Wohnungen in 27 Häusern sind im Besitz der WGW, samt Rücklagen von knapp drei Millionen Euro. Alfred Haas zufolge ist ein Knackpunkt inzwischen geklärt worden: Wie kann verhindert werden, dass Pfaffenhofen und Roggenburg mit ihren vorgesehenen relativ bescheidenen Einlagen von 20000 beziehungsweise 10000 Euro unangemessen hohe Vorteile erzielen – und die bisherigen Anteilseigner (Stadt Weißenhorn und VR-Bank Neu-Ulm) Nachteile haben? Mithilfe von Experten wurde eine Lösung dahingehend gefunden, dass die neuen Anteilseigner nur im Verhältnis ihrer Einlagen von ihrer Teilnahme an der WGW profitieren. „Wir dürfen ja nichts verschenken“, sagt der erfahrene Ex-Banker.

Womit er auch bei den Brautwerbern auf Verständnis stoßen dürfte. „Vor der Sommerpause sind wir über die Verzögerung informiert und um Geduld gebeten worden“, bestätigt Roggenburgs Bürgermeister Mathias Stölzle. Er wäre freilich froh über Fortschritte in der Sache: „Eigentlich warte ich täglich auf neue Nachrichten“, sagt er. Und sein Kollege Josef Walz im Pfaffenhofer Rathaus ergänzt: „Wir warten auch auf ein Signal.“

So ganz fertig ist die Weißenhorner Wohnungsgesellschaft mit ihren Hausaufgaben indes noch nicht. „Der Vertragsentwurf steht“, sagt Alfred Haas, er müsse aber noch mit den bisherigen Gesellschaftern abgestimmt werden. Bis dahin gilt im übertragenen Sinn: Die Verlobung besteht weiter, einstweilen schläft man jedoch noch in getrennten Betten.

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