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15.10.2010

Konjunktur: Weg führt nach oben

Aufwärts! Kreishandwerksmeister Hans-Jürgen Epple ist zufrieden: Handwerker haben viel zu tun. Foto: anbr
Bild: anbr

Landkreis Die Krise ist tot, es lebe der Aufschwung. Die Region Neu-Ulm macht da auf den ersten Blick keine Ausnahme. "Wir liegen in diesem positiven Trend", sagt Oliver Stipar, Hauptgeschäftsführer der Neu-Ulmer Regionalversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK). Allerdings sei die auf den Maschinenbau spezialisierte regionale Wirtschaft auch aus einem besonders tiefen Tal gekommen. Ein Tal, das dank europaweit bestaunter Kurzarbeitregelung kaum Dellen im Arbeitsmarkt hinterließ: Aktuell liegt die Arbeitslosenquote im Kreis Neu-Ulm bei 3,6 Prozent. Ein Wert, der nahe der Vollbeschäftigung (je nach Definition zwischen 1,5 und drei Prozent) liegt.

Insbesondere die großen Konzerne im Landkreis haben offenbar volle Auftragsbücher: Peri (Weißenhorn), Bosch-Rexroth (Elchingen) oder Wieland (Ulm/Vöhringen) - alles jüngst noch von Kurzarbeit geplagte Unternehmen mit jeweils Tausenden Mitarbeitern, die nun wieder voll ausgelastet sind.

Doch wie Elmar Heim, der 1. Bevollmächtigte der Industriegewerkschaft (IG) Metall, berichtet, ist das nur die halbe Wahrheit. Nach wie vor würde in 30 Prozent der Betriebe der Metall- und Elektroindustrie im Landkreis Neu-Ulm kurzgearbeitet. "Die Lage ist manchmal schon noch schwierig", so Heim.

Trotz aller Probleme - kein Vergleich mit dem Krisenjahr 2009: Zum Höhepunkt des Abschwungs waren laut Heim 50 Prozent der Betriebe in Kurzarbeit. Der bayerische Schnitt der Branche lag bei "nur" 35 Prozent. In vielen Betrieben brachen bis zu 90 Prozent der Arbeit weg. Im Herbst 2010 werde zwar immer noch in 30 Prozent der Betriebe kurzgearbeitet, doch so gut wie immer in einem ganz geringen Ausmaß.

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Handwerk: Nur 13 Prozent der Betriebe sind unzufrieden

Noch besser ist die Lage im Handwerk: Kreishandwerksmeister Hans-Jürgen Epple ist persönlich kein einziger Betrieb im Kreis bekannt, der noch kurzarbeitet. Selbst zum Höhepunkt der Krise hätten die Handwerker der Region dank Konjunkturpaket relativ gut zu tun gehabt, sagt der Inhaber eines Nersinger Baubetriebs. Dass der Aufschwung im Handwerk angekommen ist, bestätigt auch die dritte Quartalsumfrage der Handwerkskammer: Vom zweiten zum dritten Quartal ist der Anteil der Betriebe im Raum Donau-Iller mit positiver Lageeinschätzung von 83 auf 90 Prozent gestiegen. Lediglich 13 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Lage als schlecht, darunter sind überdurchschnittlich viele Kfz-Betriebe. Und laut Epple auch Bäckereien. Doch dies hätte weniger mit der Konjunktur als mit der wachsenden Konkurrenz durch Backwaren aus Supermärkten zu tun.

Und was macht der private Konsum? Offenbar hält er mit der Konjunktur Schritt: "Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Leute wieder konsumfreudiger als vor einem Jahr sind", sagt Eberhard Riedmüller, Vorsitzender der Ulmer City Marketing und Gastronom in Ulm und Neu-Ulm. Auch Anna-Maria Dietz, Citymanagerin der Einkaufsstadt Ulm, erhielt ähnliche Signale aus dem Einzelhandel.

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