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Landkreis Neu-Ulm

24.04.2018

Kreis-Genossen stehen hinter Andrea Nahles

SPD-Politiker aus der Region beurteilen die Wahl von Andrea Nahles zur neuen Bundesvorsitzenden positiv.
Bild: Bernd von Jutrczenka, dpa

SPD-Politiker in der Region sehen die Wahl der neuen Vorsitzenden positiv. Sie haben aber auch hohe Erwartungen an sie.

Seit wenigen Tagen hat die SPD eine neue Spitze: Andrea Nahles leitet die Partei. Mit 66,35 Prozent wurde sie zur ersten weiblichen Vorsitzenden in der Geschichte der Partei gewählt. Kein gutes Ergebnis: Ein Drittel der Delegierten stimmte gegen Nahles. Das ist für viele ein Zeichen für einen tiefen Riss, der sich durch die Parteibasis ziehe. Die führenden SPD-Mitglieder im Landkreis sehen das jedoch anders. Sie sprechen Nahles ihr Vertrauen aus – und sehen zugleich eine zentrale Aufgabe für die neue Chefin.

Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins in Illertissen, Kasim Kocakaplan, will keine Zerrissenheit in seiner Partei erkennen: „Wir sind eine Diskutierpartei. Da wird nun mal viel debattiert. Das war aber schon immer so.“ Dass sich ein Drittel der Delegierten gegen Nahles als Bundesvorsitzende ausgesprochen haben, sei aber trotzdem „hart“. Martin Schulz habe bei der Vorsitzendenwahl mit 100 Prozent der Stimmen die volle Zustimmung seiner Parteimitglieder erhalten, erinnert sich Kocakaplan. Was allerdings nur eine Momentaufnahme war, denn danach sank die Zustimmung. Dass Nahles kein so gutes Ergebnis eingefahren hat, hat für Kocakaplan vor allem einen Grund: „Dieses Mal gab es eine Gegenkandidatin. Wenn Nahles alleine angetreten wäre, hätte sie mindestens 85 Prozent bekommen.“ Simone Lange, die gegen Nahles angetreten war, sei sehr unbekannt gewesen. „Nahles hat viel mehr Erfahrung und steht mehr in der Öffentlichkeit“, sagt der Ortsvereinsvorsitzende. Er habe damit gerechnet, dass sie die Wahl gewinnt. Nahles oder Lange an der Spitze der Partei – das wäre für Kocakaplan eher zweitrangig gewesen. „Ich hätte mit beiden leben können.“ Anders sieht das der Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Brunner: „Andrea Nahles bringt die Partei voran und hält sie zusammen. Der Blick nach vorne ist wichtig. Den hatte Simone Lange einfach nicht.“ Deswegen habe er seine Stimme auch Andrea Nahles gegeben. Im Wahlergebnis spiegele sich laut Brunner die Stimmenverteilung zum Pro und Contra zur Großen Koalition wider. „Nahles war für die GroKo, Lange war dagegen. Die Delegierten haben genau so gewählt, wie damals.“ Tatsächlich hatten sich 66 Prozent der SPD-Mitglieder bei der Abstimmung im März für eine Große Koalition entschieden.

Antje Esser, Fraktionsvorsitzende der SPD im Neu-Ulmer Kreistag, sieht den Wechsel an der Spitze ebenfalls positiv: „Lange wäre keine Option gewesen. Nahles hat einfach viel mehr Erfahrung.“ Schon deshalb sei Nahles für den Vorsitz einfach geeignet. Die Tatsache, dass nun erstmals eine Frau an der Spitze der SPD steht, findet Esser gut. „Für eine Partei, die einmal über Frauenquoten diskutiert hat, hat das bemerkenswert lange gedauert“, sagt sie.

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Die drei Genossen sind sich einig: Die neue Vorsitzende steht vor einer großen Aufgabe. Sie müsse die SPD erneuern. „Das wird sie aber nicht alleine schaffen“, sagt Esser.

Jedes Parteimitglied sei aufgefordert, an diesem Prozess teilzunehmen. Nahles müsse nun politische Themen vorgeben und Akzente setzen. Für Esser ist klar: Der erste Härtetest für die neue SPD kommt noch in diesem Jahr. Denn dann stehen die bayerischen Landtagswahlen an.

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