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20.10.2009

Kreiskämmerer Keppeler: "Ich habe fertig"

Landkreis (AZ) - "Ich habe fertig": Kreiskämmerer und Fußballfan Josef Keppeler zitierte an seinem letzten Arbeitstag vor seinem Ruhestand den früheren Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni. Sein Nachfolger wird Mario Kraft, der seit 1. Oktober 2002 dem Landratsamt angehört und sich in dieser Zeit als Controller und Beauftragter für die Umstellung des Kreisrechnungswesens von der Kameralistik auf die Doppik bewährt hat.

Sieben Landräte in drei Ämtern erlebt

Josef Keppeler wurde bei einer Feierstunde im Landratsamt nach insgesamt fast 47 Jahren im Öffentlichen Dienst, in denen er sieben Landräte als Vorgesetzte erlebte, offiziell verabschiedet. Landrat Erich Josef Geßner würdigte den 62-Jährigen dabei als "kompetenten, in jeder Hinsicht überzeugenden Fachmann", der auf eine "wahrhaft eindrucksvolle Karriere" zurückblicken könne.

Der gebürtige Münsterhauser begann seine berufliche Laufbahn im Juli 1963 als Verwaltungslehrling beim Landratsamt in Krumbach. 1969 wechselte er an das Landratsamt des damaligen Landkreises Illertissen. Seit der Kreisgebietsreform im Jahr 1974 arbeitete er im Landratsamt Neu-Ulm; im gleichen Jahr wurde er zum Beamten auf Lebenszeit ernannt. Nachdem Josef Keppeler in verschiedenen Ressorts mit seiner Persönlichkeit, seinem Engagement und seinen Leistungen überzeugt hatte, übertrug der damalige Landrat Franz Josef Schick ihm am 1. April 1989 die Leitung des Fachbereiches "Finanzen und Liegenschaften". Der Nersinger bekleidete diese Funktion über mehr als 20 Jahre.

Kreiskämmerer Keppeler: "Ich habe fertig"

Nach eigenen Berechnungen hat Josef Keppeler mithilfe seiner Mitarbeiter in dieser langen Zeit 21 Kreishaushalte mit einem Gesamtvolumen von 2,15 Milliarden Euro erstellt und circa 150 größere Bau- und Investitionsprojekte finanziell gestemmt. Ein Pensum, dessen Bewältigung - so Keppeler - "spannend und abwechselungsreich", aber auch "arbeitsintensiv und anstrengend" gewesen sei. Der Landkreis sei ihm "ans Herz gewachsen", aber jetzt freue er sich insbesondere darauf, mehr Zeit seiner Familie (Ehefrau Marlene, Zwillingskinder Tanja und Steffen sowie die 18 Monate junge Enkelin Lea Michelle) widmen zu können.

Landrat Geßner zeigte sich, was die künftig viele freie Zeit Keppelers angeht, sicher, dass auf seinen längjährigen "Finanzminister" eine Weisheit von Schopenhauer zutrifft: "Gewöhnliche Menschen denken nur daran, wie sie ihre Zeit verbringen. Ein intelligenter Mensch versucht, sie auszunutzen." Dass Josef Keppeler in diesem Sinne kein gewöhnlicher Mensch ist, daran ließ auch Personalratsvorsitzender Helmut Rausch keinen Zweifel. Er hob neben Keppelers "Geschick und Standfestigkeit" dessen "Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit" hervor, die den scheidenden Kollegen sehr beliebt gemacht habe.

Musikalisches Adieu der Kolleginnen

Deshalb war es für zwei Kolleginnen auch keine Frage, die Verabschiedungsfeier musikalisch zu gestalten. Hobby-Pianistin Charlotte Berger spielte wundervoll den Walzer As-Dur von Chopin sowie die Fuge D-Dur von Johann Sebastian Bach und begleitete außerdem Doris Banderitsch, die ebenso fabelhaft die deutsche Fassung des Lieds "Memory" aus dem Musical "Cats" von Andrew Lloyd Webber sang.

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