1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Kreiskliniken: Chaos ohne Ende

Kreiskliniken: Chaos ohne Ende

Ronald Hinzpeter.jpg
Kommentar Von Ronald Hinzpeter
15.12.2018

Die neuen Grusel-Defizitzahlen lassen den Unmut der Kreisräte steigen - zurecht

Bei der letzten Kreistagssitzung im Jahr gab es am Freitag wieder Plätzchen und Geschenktütchen für die Rätinnen und Räte. Aber es war abzusehen, dass der Vormittag nicht mit kollektivem Kuscheln verbracht werden würde, dafür standen am Ende der langen Tagesordnung noch einige schwierige Themen. Etwa das Finanzdesaster bei den Kliniken. Die ganz große Debatte wurde zwar ins nächste Jahr verschoben, doch wie sehr der Zorn über die Misere in nicht wenigen Sitzungsteilnehmern brodelt, zeigte die Debatte darüber, ob der Jahresabschluss für das Jahr 2015 zähneknirschend abgesegnet werden sollte oder nicht. Die überörtlichen Rechnungsprüfer hatten Mängel gerügt, aber das Zahlenwerk dann doch im Grundsatz für ordnungsgemäß befunden. Aber der Kreistag wollte es nicht einfach billigen. Das ändert zwar nichts, aber es ist ein verständliches Signal des Unmutes über die frühere Führung der Spitalstiftung.

Das neue Rekorddefizit

Dazu beigetragen hat auch die neuerliche Rekord-Defizitzahl, die in dieser Woche bekannt geworden ist: Im Jahr 2017 produzierten die Kliniken ein Minus von 12,6 Millionen Euro – unter anderem, weil der Personalbedarf nicht korrekt berechnet worden war. Ein Armutszeugnis für die einstige Verwaltung, aber auch für die Wirtschaftsprüfer von KPMG, denen offenbar nichts aufgefallen war.

Das neuerliche unerwartete Minus ist dem seit einem Jahr amtierenden Stiftungsdirektor Marc Engelhard nicht anzulasten. Er bemüht sich erkennbar, den Klinikkarren aus dem Dreck zu ziehen, und bekommt dafür die nötige Rückendeckung von Landrat Thorsten Freudenberger, der sachlich aber hartnäckig versucht, das Chaos der Vergangenheit zu ordnen. Und die Kreispolitiker? Müssten wohl mal zum Orthopäden gehen, denn die kommen aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Nach Rückzug: Beate Merk kommt ungeschoren davon

Das zweite große Thema der letzten Sitzung war der Nuxit und somit auch das Verhalten von Beate Merk, die sich demonstrativ einer Abstimmung verweigert hatte, in der sie klar Stellung zur Kreisfreiheit beziehen musste. Die ganz deutliche Mehrheit bemühte sich, den Vorgang nicht zu hoch zu hängen und entschied sich, die CSU-Abgeordnete ungerügt davon kommen zu lassen. Da war viel schlechtes Gewissen im Spiel, denn manch einer hatte sich ebenfalls schon mal um unliebsame Abstimmungen gedrückt, was in der Debatte klar um Ausdruck kam. So war das dann doch noch ein Akt von Vorweihnachtsharmonie, wenn keiner mit dem Finger auf jemand anderen zeigen wollte.

Lesen Sie auch : Die Klinikkrise und die kalte Asche
Klinik-Defizit ist jetzt abgesegnet

Kreiskliniken im Minus: Neue Gruselzahlen



Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%202017-03-20_UFF.tif
Veröffentlichung

Poesie macht Politik

ad__pluspaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live, aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Plus+ Paket ansehen