Newsticker

RKI meldet 18.633 Neuinfektionen und 410 weitere Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Kretschmann: Welterbe verpflichtet

Unesco

01.12.2017

Kretschmann: Welterbe verpflichtet

Funde sollen geschützt und gepflegt werden. Was der Ministerpräsident in ihnen sieht

Die Aufnahme von sechs Eiszeitkunst-Höhlen auf der Schwäbischen Alb in die Unesco-Welterbeliste legt dem Land Baden-Württemberg nach den Worten von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) große Verantwortung auf. Damit gehe die Verpflichtung einher, die Höhlen im Achtal und im Lonetal und die dort gefundenen Kunstwerke „zu schützen, zu pflegen und die Vermittlung dieser frühen Geschichte der Menschheitsgeschichte zu stärken“, sagte Kretschmann am Mittwochabend beim Festakt im Landratsamt des Alb-Donau-Kreises in Ulm.

Anlass der Feier war die Übergabe der Unesco-Urkunde zur Anerkennung der Höhlen als Weltkulturerbe, wie unsere Zeitung gestern berichtete. Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Maria Böhmer ( CDU), überreichte die Urkunde an Ministerpräsident Kretschmann und die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). „Es ist nicht zu viel gesagt, wenn man die Schwäbische Alb als Wiege der Menschheit, als Wiege von Kunst und Kultur bezeichnet“, sagte der Grünen-Politiker.

Die Unesco hatte die Höhlen am 9. Juli diesen Jahres zum Welterbe erklärt. Sie sind die 42. Welterbestätte Deutschlands. Forscher hatten in den Höhlen seit Mitte des 19. Jahrhunderts teilweise mehr als 40 000 Jahre alte Kunstwerke entdeckt, die als die ältesten der Menschheit gelten: aus Mammut-Stoßzähnen gefertigte Miniaturen von Tieren sowie den „Löwenmenschen“ (im Bild), ein mythisches Mischwesen. Auch die als älteste Frauenfigur geltende „Venus vom Hohle Fels“ ist eins dieser Fundstücke. Seit der Verleihung des Welterbe-Titels verzeichnen Museen, in denen die Fundstücke zu sehen sind – darunter in Ulm, Tübingen und Blaubeu-ren – einen starken Besucherzuwachs.

Der Alb-Donau-Kreis erhofft sich einen weiteren Zuwachs an Touristen und hat dafür ein eigenes Konzept entwickelt. Gästeführer sollen weitergebildet, zusätzliche Informationsschilder aufgestellt und ein Informationszentrum in Schelklingen errichtet werden. Zudem soll eine eigene Geschäftsstelle entstehen. Darüber hinaus soll am Netz von Wander- und Radwegen gearbeitet werden. In Zukunft könnten Besucher E-Bikes ausleihen und mit ihnen von Höhle zu Höhle fahren. (dpa/az)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren